Von dem Drama "The Hours" hatte ich wirklich etwas mehr erwartet. Dabei ist das Thema wirklich sehr ansprechend und diskutierbar. Es geht um das Leben und die Lebensverwirklichung dreier, homosexueller Frauen in verschiedenen Jahren 1923, 1951 und 2001, begleitet von dem Roman Mrs.Dalloway.
Alle drei Schicksale werden, mehr oder weniger, parallel dargeboten. Sie sind durch die Ähnlichkeit ineinander verwoben und enden unterschiedlich.
Von der Schauspielerischen Umsetzung her hat der Film absolut überzeugt,vor allem Julianne Moore als Laura Brown im Jahr 1951 war spitzenmäßig.
Nur die Umsetzung und der fehlende Tiefgang schmälern meinen Eindruck des Werkes. Über die gesamte Laufzeit hinweg wirkt der Film, trotz des heiklen Themas, eher leichtfüßig. Das lässt den Film zwar angenehm schnell vorbeigehen, allerdings erwarte ich dies nicht unbedingt von einem Drama. Die Schicksale der drei Frauen sind zwar durchaus nachvollziehbar, aber berühren doch nicht so stark, da man sich nicht wirklich in die Gefühlswelt der Frauen hereinversetzen kann. Durch das ständige Hin- und Herwechseln und die genannte Leichtfüssigkeit bekommt man keinen wirklichen Draht zu den Personen und fühlt sich immer wie ein Beobachter, der zwar das Geschehen verfolgt, den es aber nichts angeht.
Fazit: Sehr interessantes Thema, tolle schauspielerische Leistung, aber mangelnde Umsetzung. Kann man sich aber trotzdem mal ansehen. 6/10