Der polnische Zweimetermann „Moltke" (Hubert Kramar), frisch aus dem Knast entlassen, in dem er wegen Raubüberfalls einsaß, bringt Schimmi auf die Spur seiner Ex-Kompagnons, die bei dem damals fast gescheiterten Unternehmen einen Komplizen, nämlich Moltkes Bruder, erschossen haben. Moltkes Mittäter, damals entkommen, sind inzwischen alle fein raus. Als Haupttäter und Killer entpuppt sich ein jetzt gutsituierter Rechtsanwalt, den Schimmi mit Moltkes Hilfe stellen kann, immer wieder gestört durch Thanner, der Moltke für einen Mörder hält und ihn hartnäckig gegen Schimmis Willen verfolgt.
Die als Christus stilisierte Figur des schweigsamen polnischen Racheengels ist reichlich dick aufgetragen, passend zu Musik und völlig überflüssigen Cameo-Auftritten von Dieter Bohlen. Sehr schön dagegen im deutlich überdurchschnittlichen Schimanski-Tatort die (von Thanner nicht eingeplante) Weihnachtsfete in einer milieumäßig 1a inszenierten Prollkneipe, u.a. mit Tana Schanzara als Gast.
Beste Dialogsequenz dieser Folge: Schimanski zu Hänschen: „Wie feiern Holländer eigentlich Weihnachten?" Hänschen trocken: „An Heiligabend stellen sie einen Holzschuh vor die Windmühle, und morgens liegt ein Hering drin. Am ersten Feiertag versammelt sich die Familie an der Gracht um einen mit Tulpen geschmückten Edamer. Dann rauchen sie kiloweise Hasch aus langen weißen Tonpfeifen."
Auch nicht zu verachten: Schimmis Versuch, mittels einer Straßenbahn (wobei er zur Wagenführerin sagt "Mensch nu gib ma Gas, Mann!") einen mofafahrenden Verdächtigen zu verfolgen.
Anmerkung: "Moltke" wurde - zu Recht - mit dem Grimme-Preis in Gold prämiert.
Schimanski-Tatort Sonderwertung: 7,5