Review

Ihr liebt anspruchslose Action-Unterhaltung? So richtig zum zurücklehnen und geniessen? Ja? Dann jagt Euch Euer Videokind mal wieder in die hintersten Ecken der Videothek Eures Vertrauens und rät Euch, den Staub von dem Tape mit der Aufschrift "Maniac City" zu blasen und zum Tresen zu schleppen.

Eine böse fremde Macht unter der Leitung eines Albinos (mal wieder köstlich: Brion James) testet eine neue biologische Waffe in einem abgelegenen Wüstenkaff in den USA. Eine toxische Substanz wird unters Trinkwasser gemischt und im Handumdrehen rasten die Verseuchten aus und gehen allem und jedem an die Gurgel. In das Chaos hinein schlidden ein Anwalt auf Urlaub, dessen Gemahlin und ein Anhalter, der sich zum Glück für alle als ein gefeuerter Polizist entpuppt. Gemeinsam mit dem örtlichen Sheriff und seiner Tochter, die als Deputy fungiert, versuchen sie, den zahlreichen Amokläufern ein Bein zu stellen.

Dem Regisseur Niko Mastorakis geht es in keiner Sekunde der Laufzeit darum, ein Mahnmal gegen die biologische Kriegsführung zu errichten. Man hat stets den Eindruck, als wolle er sämtlichen Stuntman-Kumpels und befreundeten FX-Experten die Gelegenheit für eine Nummernrevue bieten, welche die dann auch dankbar annehmen. Und wenn man eine Stadt voller Verrückten dafür zur Verfügung hat, jagt dann auch ein Schauwert den nächsten. Da fliegen Autos, Motorradfahrer, Kugeln, Fensterscheiben und was weiß ich noch alles durch die Gegend, dass es eine helle Freude ist. Und mittendrin als Sheriff der Veteran und Oscargewinner George Kennedy, der sich sein Gnadenbrot schon seit längerem durch diverse B-Filmchen finanziert.

Überhaupt trägt die Besetzung einiges zum Gelingen des Filmchens bei. Da sie ihre eindimensional gezeichneten Figuren mit klischeehaften Leben erfüllen, kann sich der Zuschauer getrost an dem Actionfeuerwerk widmen, ohne sich über die eine oder andere Performance ärgern zu müssen. Im Gegenteil: gerade der erste Infizierte liefert eine großartige Show! Herrlich auch der zu seinen sonstigen Rollen konträr besetzte Wings Hauser, der als quängelnde und angeberische Memme von einem Anwalt zu amüsieren weiß. Bo Hopkins treibt das Dirty-Harry-Klischee des einsamen Polizeikämpfers, den nichts aus der Ruhe bringen kann und der immer einen coolen Spruch auf den Mundwinkeln hat in fast ungeahnte Höhen.

Nach einer Stunde Laufzeit hat sich dann der Großteil der Bewohner gegenseitig ausgerottet und unsere Helden dürfen die Jagd nach dem Bösewicht antreten. Hier kippt das Filmchen dann zu einem Westernverschnitt, wenn man per Pferd die Gauner durch die Canyons treibt. Der Übergang wird dadurch eingeleitet, dass der Sheriff unter einer Kinoreklame mit der Aufschrift "High Noon" vorbeischreitet. Man bedient dann noch schnell diverse Westernklischees, inklusiver des Eingreifens der "Kavallerie" - LOL, war das cool gemacht.

Dieser Film aus dem Jahre 1987 bietet also solide Actionware auf gehobenem B-Niveau. Viel zu sehen und wenig zu denken - macht Spaß!

Details
Ähnliche Filme