Review

Seit vor geraumer Zeit die Reihe um „Paranormal Activity“ aus dem Boden gestampft wurde, nennt sich jedes drittklassige Plagiat ähnlich, um möglichst viele Leute in die Irre zu führen oder zumindest für etwas mehr Einnahmen zu sorgen.
Auch einer wie Autor und Regisseur Joey Evans dürfte den einen oder anderen Verschnitt von „Exorzist“ und Konsorten gesichtet haben, - verstanden hat er von der Materie jedoch nichts.

Das Forscherteam „SPRS“ um Leiterin Rayne benötigt neues Material für ihre TV-Show, als sie in Dallas von einigen merkwürdigen Todesfällen in den Tunneln unterhalb einer Schule hören. Und tatsächlich ist ihr zu vertreibender Dämon mächtiger als alle Erscheinungen zuvor…

Immer noch Found Footage bis zum Abwinken. Und im vorliegenden Fall leider auch ohne jegliche Inspiration oder Cleverness, sondern aus allem zusammengeklaut, was uns in den letzten drei, vier Jahren so an Paranormalem um die Ohren flog. In Louisiana wird ein Exorzismus an einem besessenen Mädchen vorgenommen, in Oklahoma ein Poltergeist vertrieben und in Dallas bekommt es das sechsköpfige Team schließlich mit einem guten und einem bösen Geist zu tun.

Die Figuren bleiben dabei recht blass, lediglich Ryane erhält ein Kindheitstrauma passend zu Halloween, während noch ein Priester, ein Medium und eine Pagan-Spezialistin mitmischen.
Die Kameraleute erscheinen entsprechend selten im Bild, wobei erstaunt, wie viele variable Perspektiven eingefangen werden, obgleich meistens nur zwei Kameras in Betrieb sind und es verwundert ferner, wie man denn die Egosicht eines Dämons einfangen konnte, der sich irgendwann auf ein potentielles Opfer zu bewegt.

Dennoch geht die Kameraarbeit in Ordnung, die Bilder sind nur selten leicht verwackelt oder zu dunkel und man läuft nicht Gefahr, den Abspann unter Kopfschmerzen verfolgen zu müssen. Die verursachen eher die allgemein vorherrschende Ereignislosigkeit, denn bis auf die Dämonenaustreibung im ersten Drittel sind kaum ansprechende Szenen zu verzeichnen.
Hier und da bewegt sich etwas wie durch Geisterhand, mal klopft oder knarrt es aus unerfindlichen Gründen, doch richtig peinlich wird es, als sich Geister und Dämonen direkt zu Wort melden, denn deren Synchro ist teilweise noch übler ausgefallen als die des Forscherteams, von denen im Übrigen niemand darstellerisch zu überzeugen vermag.

Ansonsten hat man alles schon mal mit wesentlich mehr Drive und Kreativität erlebt, vor allem mit einfallsreicheren Schockmomenten, von denen hier nicht einer vorhanden ist.
Daneben kommen auch die Schauplätze kaum zur Geltung, zumal sich die ersten beiden Episoden in austauschbaren Familienräumen abspielen, jedoch auch die unterirdischen Gewölbe kaum Atmosphäre aufkommen lassen. Und selbst wenn: Der völlig lieblose und unpassend eingesetzte Score macht viel zunichte, was die passable Sounduntermalung zuvor aufbaute, denn Saxophon, minimale Beats und eine fast schon lustige Tingelmelodie untermauern nicht gerade eine unheimliche Stimmung.

Joey Evans hat sich und dem Zielpublikum mit seinem weniger als halbgaren Streifen keinen Gefallen getan, denn trotz der kurzen Laufzeit von 78 Minuten ist nichts Markantes in Sachen Horror und Grusel zu verzeichnen, die Episoden plätschern lieblos und nahezu unpointiert vor sich hin, Blut fließt so gut wie gar nicht und das minimale Budget von rund 25.000 Dollar erklärt auch, warum fast keine Spezialeffekte vorhanden sind.
Selbst eingefleischte Fans von Found Footage und Spuk im Allgemeinen können bei diesem Streifen nur enttäuscht werden, denn noch belangloser geht es fast gar nicht.
3 von 10

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