Eine deutsch-deutsche Krimi-Melange bietet diese Tatort-Ausgabe, bei der Schimanski und Thanner erstmals gemeinsam mit den Kollegen des Polizeirufs 110 ermitteln.
Die Prämisse ist durchaus interessant, doch der Fall ist leider äußerst unspektakulär.
Am Duisburger Hafen wird ein Toter gefunden. Tätowierungen am Arm weisen auf eine Stasi-Vergangenheit hin, so dass die Kollegen in Ost-Berlin kontaktiert werden. Der Tote war ein Mittelsmann für illegalen Kunsthandel. Als Schlüsselfigur vermuten die vier ermittelnden Polizisten den Kunsthändler Schrader. Um diesen dingfest zu machen, geben sich Schimanski und Thanner als interessierte Kunstliebhaber aus…
Zur Ost-West-Annäherung hat diese Tatort-Folge nicht unbedingt beigetragen, denn bis dato herrschende Vorurteile und Klischees werden gnadenlos abgespult. Vom Stasi-Einheitsbrei über müde belächelte Trabis, bis zum zynischen Genossen-Gelaber wird nichts ausgelassen.
Zudem bietet der Fall wenig Spannung und noch weniger Action, zumal der Bösewicht schnell ausgemacht ist.
Bis auf einen Einsatz in einem als Sauna getarnten Puff und ein paar harmlosen Ballereien gegen Ende sind keine nennenswerten Höhepunkte zu vermelden.
Glücklicherweise haben Schimmi und Thanner deutlich mehr Screentime als die beiden Langweiler Fuchs und Grawe und können zumindest mit ihren gewohnten Gezänkel für ein wenig Erheiterung sorgen, dessen Höhepunkt in einer Szene liegt, in der sich Schimmi von seinem Schmier-Parker trennen soll, um sich als „Stasi-Tucke“ umzukleiden.
Ansonsten bietet „Unter Brüdern“ eine fade Story und der zwischendurch immer wieder auftauchende Song „Hand in Hand“ von Klaus Lage verschlechtert den Gesamteindruck noch.
Schade, denn die Grundidee weist durchaus Potential für einen richtig guten Krimi auf, da beide Serien auf ihre Art ihren Reiz haben. Doch die diese Verknüpfung ist vom Ergebnis her gerade mal durchschnittlich ausgefallen.
5 von 10 Punkten