Am Ende des ersten Weltkriegs brach die Spanische Grippe aus und forderte noch einmal so viele Todesopfer wie der Krieg selbst – und damals war die Welt noch nicht so gut vernetzt wie heute. Wie wären die Folge, wenn heute eine Pandemie ausbräche? Zu Erscheinen des Films war das noch eine recht fiktive Frage, heute leben wir mittendrin.
Der Film ist definitiv nichts für Hypochonder. Der Stil ist fast dokumentarisch, statt einem einzelnen Charakter folgt man einem ganzen Ensemble in seinem Umgang mit der Abart der Vogelgrippe, die von China aus um die Welt geht. Matt Damon, Gwyneth Paltrow, Kate Winslet, Jude Law, Bryan Cranston, Marion Cotillard sind an verschiedenen Stellen (Ehemann, Opfer, Ärzte, Blogger, Regierungsvertreter) mit der Krankheit konfrontiert, die um den Erdball rast und Millionen von Leben kostet, während Internetblogger, Ärzte, Regierungsvertreter und Bürger panisch werden, falsch und überreagieren und Ausweglosigkeit sich Bahn bricht, bis schließlich doch ein Heilmittel gefunden wird (der Film ist das, was World War Z hätte sein können). Die Spannung bleibt dabei hoch, die Charaktere überzeugend und relativ authentisch. Die Schicksale (Matt Damon als Vater, der Frau und Sohn verliert, Kate Winslet als Ärztin, die die Ausbreitung verhindern will, Marion Cotillard als Epidemilogin, die den Ursprung der Pandemie sucht) gehen einem nahe und man fiebert (aua…) mit ihnen mit und ist erleichtert, als zumindest ein Teil der Verzweiflung aufgelöst wird. Erschreckend, wie viel von dem, was Soderbergh hier auf die Leinwand bringt, heute in echt zu bewundern ist – bis hin zur Rolle des Internets, in dem sich Verschwörungstheoretiker, echte und scheinbare Experten und Hysteriker treffen und streiten.
Ein guter Hollywoodmedizinthriller, spannend und rundum überzeugend. Gerade zu Zeiten von Corona brandaktuell und ungleich besser als der deutlich glatter gebügelte Outbreak.