Review

Volle Punktzahl für einen Kultfilm!
Das Thema Videospiel-Adaptionen war ja bis jetzt immer so eine Sache. Man denke nur an solche Verbrechen wie z.B. Street Fighter , Mortal Kombat, Final Fantasy (Tricktechnik ist eben nicht alles!) oder Wing Commander. Tut mir leid, aber diese Ausgeburten der puren Blödheit als Filme zu bezeichnen, das kann und will ich einfach nicht mit mir vereinbaren. Aber warum Zeit und Schreibplatz verschwenden, um diese Abfallprodukte zu kommentieren? Kommen wir lieber zum Punkt – und der heißt Tomb Raider! Denn gerade diese Videospiel-Umsetzung bildet die einzige Ausnahme in diesem Genre. (im Sinne von Unikat – wirklich!)

Dieser Film herrscht, soviel steht fest. Wer die PC-Spiel-Reihe nicht mochte, mag natürlich auch den Film nicht, wobei wir den Großteil der Kritiker schon mal abschlagen können. Alle restlichen "Lästermäuler" verstehen schlicht und einfach den Geist und den Flair dieses Filmes nicht! Klar, ich will diesen Film niemandem aufzwingen denn über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten aber diese Rezension gibt ja auch nur meine eigene Meinung wieder. Was wurde am meisten bemängelt – die Story. Hält man sich die Stories der einzelnen PC-Versionen vor Augen dann frage ich mich, warum denn der Plot des Films im Vergleich dazu sooooo schlecht sein soll. Dass die Geschichte keine neuen Maßstäbe in Sachen Intelligenz setzt ist mir auch bewusst, aber soll sie das denn tun? NEIN, das soll sie nicht, da sie dem Charakter der Game-Variante absolut ebenbürtig ist. Außerdem handelt es sich nun mal um ein Action-Abenteuer. Und diese Gattung von Filmen hat es eben so an sich nicht "unbedingt" der Realität zu entsprechen! Was ist denn im Vergleich zur Story von z. B. Indiana Jones (kann in punkto Action sowieso nicht mithalten) schlechter? Diese Frage sollten sich mal viele stellen, bevor sie voreilige Schlüsse ziehen. Ein Großteil hat den Film wahrscheinlich noch nicht einmal gesehen und springt einfach auf den Zug der "Hasser" mit auf! Dazu kommen noch solche hochintellektuellen Feststellungen wie "Lara in Sibirien nur mit dünnem Hemdchen". Warum z. B. diese Szene? Lara Croft symbolisiert nun mal die starke Frau und in der Computer-Welt ist alles möglich, warum sollte es dann im Film anders sein?

Regisseur Simon West ("Con Air") hat perfekt die Atmosphäre des Spiels eingefangen und ein visuelles Meisterwerk erschaffen. Schon alleine die Anfangssequenz, als Lara mit Roboter Simon "kämpft", ist einfach nur genial und zeigt die atemberaubende Intensität von West. Die Actionszenen sind sauber und fett produziert und lassen keine Wünsche offen. Auch die Special Effects können sich wirklich sehen lassen. Doch die unschlagbare Stärke in diesem Film bildet ohne Zweifel die umwerfende Angelina Jolie. Sie spielt die Rolle der "Lady" Croft so bestechend, man könnte ihr fast nachsagen sie hätte die Cyberlady eigenhändig erfunden! Mit vollem Körpereinsatz stellt sie sich jeder Herausforderung und liefert bahnbrechende Stunts (an denen sich eine Großzahl männlicher Kollegen mal eine Scheibe abschneiden sollte)!

Dieser Film funktioniert auf eine ganz einfache Art und Weise – und gerade diese Einfachheit macht ihn so kultig und sympathisch! Die verbleibenden Darsteller, vor allem Ian Glen als diabolischer Vollidiot Manfred Powell (ganz zu schweigen von Mr. Pimps) liefern einwandfreie Leistungen ab. Leider kommen diese aber nur im Originalton voll zur Geltung, da die deutsche Synchronisation mal wieder ziemlich doof ausgefallen ist! Die schöne Originalstimme von Jolie (perfekt hat sie sich als Lara Croft einen ultrafiesen englischen Adelsdialekt angelernt) kann so oder so NIE durch eine deutsche Synchronstimme ersetzt werden. Dazu noch herrliche Locations und ein kongenialer Soundtrack (U2, Nine Inch Nails, Chemical Brothers...) runden die ganze Sache perfekt ab und machen Tomb Raider zu einem herrlichen Filmvergnügen. Also liebe Kritiker, Teil 2 wird mit Sicherheit kommen und dann werden wir mal sehen, wer zuletzt lacht!

"A Lady should be modest!"

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