Der Tatort 'Zweierlei Blut' hat von der Story her alles, was ein gelungener Krimi haben muss. Zwei miteinander verwobene Plots (hier: Gewalt unter Fußball-Fans uns Schwarzarbeit mit Gastarbeitern). Leider hapert es an der filmischen Umsetzung - und diesmal nicht zu wenig.
Die beiden Kommissare Horst Schimanski und Christian Thanner sind sich in dieser Tatort-Folge so gut wie überhaupt nicht grün, was dazu führt, dass Schimanski erst einen Mord-Verdächtigen absichtlich entkommen lässt und dann anschließend auch noch ohne Genehmigung seines Chefs Undercover ermittelt. Diese Streitigkeiten wie bei einem alten Ehepaar sind dann auch noch mit das Beste, was dieser Streifen zu bieten hat.
Leider konzentriert sich die filmische Umsetzung der Handlung zu sehr auf Schimanskis Undercover-Tätgkeit und die Besäufnisse mit den Anhängern des MSV Duisburg. Auf das Thema Schwarzarbeit wird nur beiläufig eingegangen, was in meinen Augen dazu geführt hat, dass der Film zu eindimensional ist.Und warum sollten die Rocker und MSV-Anhänger Schimanski zusammenschlagen und dann nackt in den Anstoß-Kreis des Wedau-Stadions legen? Genau: Das erschließt sich mir bis heute nicht. Hauptsache des Films war wohl, Schimanski als Mann des Volkes zu inszenieren. Das wäre anders - will sage besser - auch gegangen.
6/10.