Nach dem eher unerwarteten Erfolg vom südkoreanischen „The Host“ sind die Erwartungen entsprechend hoch, einmal mehr qualitativ hochwertigen Tierhorror serviert zu bekommen, doch es hilft wenig, als erster 3D-Film aus Korea daherzukommen, wenn der Rest nur Mittelmaß liefert.
Auf einer Ölbohrplattform nahe Korea ist man in der Nähe des titelgebenden Sektors nach einem Jahr noch immer nicht fündig geworden. Als es zu einigen gewaltsamen Ableben kommt, wird zunächst der vermeintliche Killer gesucht, bis der Crew ein Monster aus den Tiefen des Meeres gegenübersteht…
Nach Öl bohren zu dürfen muss in Südkorea eine unglaubliche Ehre sein, denn anders lassen sich einige Szenen der Arbeiter, begleitet von einem heroischen Soundtrack nicht erklären. Anderweitig bringt es die Figuren jedoch kein Stück näher. Die Heldin Hae-jun wird als toughe, dickköpfige Außenseiterin einer Männerdomäne eingeführt, während die übrigen Anwesenden entweder schlichtes Monsterfutter verkörpern oder oberflächliche Klischees erfüllen, wie den naiven Liebhaber, den spackigen Tölpel, den dubiosen Arzt oder den väterlichen Freund mit kleinem Geheimnis. Zumindest ist den überwiegend unterforderten Mimen nichts negativ anzukreiden.
Rund 39 Minuten dauert es, bis die Monster erstmals zu sehen sind. Sie schauen aus wie eine Mischung aus Alien und klobigen Kraken, besitzen Tentakeln und lange Zähne, fressen ihre Opfer jedoch nicht, sondern haben augenscheinlich nur Bock zu töten.
Überwiegend solide animiert sind sie allerdings und auch das Vorstadium der silbernen Quappen ist ordentlich in Szene gesetzt. Störend sind demgegenüber ein paar unnötige Greenscreen Einlagen, welche die ansonsten passable Optik nicht wirklich aufwerten.
Die plakative, recht eindimensionale und in weiten Teilen vorhersehbare Story vermag hingegen weniger mitzureißen. Hier und da eine Hatz im Korridor, dort ein Zweikampf mit dem Motorrad ausgefochten, dann muss jemand am Seil hochgezogen werden, während die Biester mit allerlei Schusswaffen, Metallstangen und Feuer bekämpft werden, jedoch schwer tot zu kriegen sind. Die Kamera entwickelt bei der Action besonders im letzten Drittel eine ordentliche Dynamik, welche im Mittelteil ein wenig vermisst wird, zumal die von vielen Lücken und Logiklöchern behaftete Geschichte zuweilen etwas wenig Suspense schürt und die Kulisse einer Ölbohrplattform nun mal nicht sonderlich viel Abwechslung bietet.
Tierhorror aus Südkorea kann also durchaus funktionieren, doch mit „Sector 7“ werden eher Trash-Fans angesprochen, die nicht auf Hochglanz verzichten möchten und dabei mit mangelnden Figurenzeichnungen klarkommen können.
Einigermaßen temporeich ist er ja, Action und Monster können sich auch einigermaßen sehen lassen, doch mehr als einmal, und das auch nur so nebenher, muss man den Streifen auch als eingefleischter Tierhorrorfan nicht gesehen haben.
5,5 von 10