Review

Als Regisseur und Autor sollte man sich im Vorfeld Gedanken über Inhalt und Form machen, doch Joe Davison, der hier auch als Darsteller zu sehen ist, hatte offenbar nur ein Grundgerüst im Kopf: Lass ein paar Teens eine Party feiern, der Rest ergibt sich von selbst.
Entsprechend substanzlos gestaltet sich die Chose.

Rückblick, Florida, 1933: Die zehnjährige Amelia flüchtet vor ihren Eltern durch den Wald und wird, das lässt sich nur vermuten, von ihrem Vater erschlagen.
Heute findet bei Lizzy und ihrer kleinen Schwester Holly in ihrem Haus, ganz in der Nähe des damaligen Tatortes eine Fete statt, bis die Geister der erzürnten Eltern erneut in Erscheinung treten…

Mit Zombies im engeren Sinne hat man es hier rein gar nicht zu tun, auch wenn gegen Ende ein paar Untote aus der Erde steigen. Eher sind es unruhige Dämonen, ein Farmerpaar, welches jedem nach dem Leben trachtet, der nicht zu einer bestimmten Zeit im Bett liegt und schläft. Doch bis in Minute 37 erstmals zugeschlagen wird, wähnt man sich in einer überaus debilen Amateurproduktion, die sich viel zu wichtig nimmt.

Werden anfangs noch Aspekte familiären Zusammenhalts angerissen, so geht es mit Beginn der Party steil bergab. Die Figuren sind komplett austauschbar und gebären sich, als hätte jeder bereits zwei Flaschen Hochprozentigen intus, was die affige Synchro mit jedem Wort untermauert. Nackte Haut ist keine zu sehen, doch an jeder Ecke wird geschmust, ein Rollenspiel praktiziert oder gar ein Manga nachgeäfft. Dabei gehen die hundsmiserablen Mimen locker mit den geistig unterbelichteten Dialogen einher, denn auf darstellerischer Ebene können allenfalls die Dämonen überzeugen.

Wie man den Showdown mit der Untermalung eines viertklassigen Rocksongs dramaturgisch in den Sand setzen kann, wird ebenso demonstriert, wie zahlreiche logische Brüche hinzukommen, welche das Ende völlig ad absurdum führen.
Zwar ist das warnende Geisterkind einigermaßen spooky in Szene gesetzt und der Hinterwäldler mit Axt schlägt zumindest einige Köpfe ab, doch unterhaltsamer und spannender Horror sieht anders aus.

Die komplett austauschbare Kulisse des Hauses in Waldnähe bildet letztlich nicht das einzige Manko dieses Independent-Streifens, der es lediglich innerhalb der finalen zehn Minuten schafft, leicht erhöhtes Interesse zu wecken.
Ansonsten kommt keine Atmosphäre auf, es gibt kein durchdachtes Editing und für den merkwürdig flachen Humor muss man deutlich mehr als die oben erwähnten zwei Flaschen Schnaps getrunken haben…
2,5 von 10

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