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Weltuntergangsstimmung herrschte nicht nur bei den Maya, sondern auch seit geraumer Zeit bei Syfy, die den Markt mit apokalyptischen Visionen überschwemmen.
In diesem Fall sorgen ein finsterer Stern und ein ungewöhnlicher Zyklus für die Verschiebung der Erdoberfläche und lediglich einem einfachen Verleger wird das Schicksal der kompletten Menschheit in die Hände gelegt.

Bei jenem handelt es sich um Eric Fox, der eigentlich ein Manuskript des prophetisch veranlagten Crane abholen sollte. Stattdessen trifft er auf die Archäologie-Professorin Brooke und erhält einen antiken Stab, bei dessen Berührung Zukunftsvisionen erscheinen.
Mithilfe dieser Bilder muss das Team zu einer Lösung kommen, denn weltweite Beben vernichten bereits ganze Metropolen…

…und Länder, wobei man uns den Untergang Italiens missgönnt und stattdessen an 9/11 erinnert, als einige Wolkenkratzer in New York zusammenbrechen, was tricktechnisch ausnahmsweise gut umgesetzt ist.
Anderweitig ist es um die CGI nur mäßig bestellt, was bereits mit dem Beben in Bulgarien deutlich wird: Die Erde reißt etwas zu glatt auf und auch wenn die anschließende Krater-Landschaft mit endlos tiefen Rissen fast schon beeindruckend aussieht, bröckeln Straßen viel zu symmetrisch und auch ein etwas später stattfindender Vulkanausbruch liefert allenfalls notdürftige Effekte.

Die schlichte Figurenkonstellation und die ebenso schlichten Gemüter kommen hingegen dem latent hohem Erzähltempo zugute, denn für ausufernde Charakterzeichnungen bleibt keine Zeit.
Anderweitig ist viel Bewegung im Spiel, Eric und Brooke klappern einige Stationen ab, während sie stets einen Agenten von der nationalen Sicherheit im Nacken haben, der es auf den Stab abgesehen hat. Hinzu kommen ein alter Indianer mit Tochter, ein dubioser General und ein Student, der für die Identifizierung von Felsmalereien zuständig ist.
Verkörpert werden diese Figuren von durchweg austauschbaren Gesichtern, die zudem oftmals etwas verkrampft performen.

Das schadet dem trashigen Treiben jedoch kaum, denn während man mit dem Auto dem berstenden Asphalt ausweichen muss, führen die Moais der Osterinsel auf eine heiße Spur, einige Visionen retten dem Team das Leben und am Ende wird gebuddelt, während die Zeit bis Mitternacht immer knapper wird, denn zu diesem Zeitpunkt würde die Erde vom finsteren Stern schlicht eingesaugt.
Hanebüchene Einschübe gehören natürlich genauso dazu wie sinnfreie Space-Effekte und Illustrationen, die jedoch immerhin recht ordentlich gestaltet wurden.

Am Ende bietet der Streifen also grundsolide und unterhaltsame Kost für anspruchslose Fans schlichter Katastrophenfilme, die mehr Wert auf Tempo und Bewegung legen und bereit sind, bei den Effekten Abstriche zu machen.
So richtige Weltuntergangsstimmung kommt zwar nicht auf und spannende Momente halten sich eher in Grenzen, doch dafür lernen wir, dass Archäologie-Professorinnen kaum älter als ihre Studenten sind und das schwarze Meer binnen weniger Minuten im Erdinnern verschwinden könnte, wenn die Risse nur tief genug sind…
Knapp
6 von 10

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