Review

Juajua, das haut wirklich rein! Barbarenfilme waren ja noch nie für ihre Intelligenz berühmt, aber diese Schote ist wegen ihrer Primitivität tatsächlich einen lustigen Blick wert.
Da haben wir wieder mal den stabilen Muskelmann, der leider nicht spielen kann, aber wie fast alle Krieger hier flauschige Handgelenk- und Knöchelwärmer zum pelzigen Lendenschurz tragen. Der regiert ein großes Reich: so ca. acht Hütten mit etwa 40 Insassen, die man allesamt irgendwo in einen Steinbruch in der Emilia Romagna gestellt hat.
Und ratzeputz macht der blöde...ähäh...böse Raduk mit seinen Häckselherden alle ganz doll klein, weil er auf dienstfähige Sklaven wohl verzichten kann. Tja, selbst ist der Hausmann. Unter den schmählich Gemeuchelten ist auch die Frau von unserem Muscleman Sangraal (wer denkt sich eigentlich solche Namen aus?), die ein bodenlos schlechte Blondhaarperücke trägt.

Naturelehmann will unser Held sie zurück, wobei er mal flott nicht bemerkt, daß die hilfreiche Aki, die so bezaubernd geistlos gucken kann, ihm schon an den Fersen nuckelt. Ein asiatischer Bogenschütze, der laut eigener Aussage trotz seiner Schlitzis bolle gut gucken kann, ist auch dabei, der das Trio vollmacht, das im Gebirge der Wiedererweckung entgegeneilt.

Und, wer soll die bewerkstelligen? Ein Schwarzmagier im wahrsten Wortsinne natürlich, denn da steht tatsächlich ein Farbiger mit Handtuch auf dem Kopf über einem Nebelwerfer, erklärt sich als unfähig für Resurrections und hetzt den Jungmimen dafür auf die bösen Buben.

Doch der Weg ist weit und gefährlich. Doof wie er ist, fällt Sangraal erst mal in eine Grube, soll dann einer Spinne geopfert werden (für die dann doch kein Geld da war), wird befreit, läuft dreimal durch dasselbe Höhlenlabyrinth (welches ja so stockdunkel ist, daß man überall Tageslicht sieht), wo man gut von sogenannten Höhlenmenschen angegriffen wird, die sich Wischmopfransen auf die Stirn geklebt haben und alle huhuhu machen. (Wem spätestens jetzt vor Lachen nicht das Kassengebiß aus der Fassung rutscht, ist selber schuld.)

Schlußendlich kömmt die göttliche Intervention und Sangraal findet einen kleinen IKEA-Sekretär, der ungeklärten Sinnes in einer düsteren Kaverne steht, der er eine überdimensionale Armbrust entnimmt, während goldenes Götterlicht drumrum Quatsch mit Soße erzählt.

Im Hauptquartier (eine Höhle) der Bösen haut er dann gar wild auf den Putz, macht Raduk nach längerer Hampelei alle (woraufhin sich die Kumpanen alle in Luft auflösen) und nietet dann mit dem Bogenwerfer die hetzlustige Feuergöttin Rani um. Selbige sorgt übrigens Verwunderung beim gediegenen RTL2-Zuschauer, der sich um 12.30 am Sonntag ins Programm verirrt hat: nicht nur ist ihr Rachefeldzug reichlich ohne Grundlage, sie erscheint in ihrem Feuerkreis auch stets mit blanken Nippeln, was am Kirchentag natürlich das Mittagessen verschönt. Sowieso der beste Grund, hier einzuschalten.

Wahrhaft zum Schreien komisch, wenn diese Holzhammermimen immer wieder durch den selben Landstrich jumpen und man einzelne Ecken stets wiedererkennt. Das Budget dürfte bei so ungefähr 250 Mark gelegen haben, und ein Polaroid erzählt meist mehr Geschichte als dieses Heldenepos mit einem relativ unattrativen und unfähigen Helden. Kreuzdoof von hinten bis vorne kann man die Leerstrecken (ungefähr die Hälfte des Films) vorspulen, während sonst Dialoge des Grauens vorüberziehen, ideal für Trashfans. Ja, die goldenen 80er, ihr gabt uns Conan und dann das hier...wir müssen dankbar sein. (1/10)

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