The Story Continues...
Mit dem Genre-Mix "A Chinese Ghost Story" schuf Ching Siu-Tung 1987 einen Klassiker im Bereich des phantasievollen Abenteuerfilmes, der von der Presse - insbesondere der internationalen - hochgelobt wurde.
Drei Jahre später folgte bereits die erste Fortsetzung, die direkt an die Geschehnisse des Vorgängers anknüpfte:
Ning Tsai-Shen, der gutmütig-naive und doch irgendwie liebgewonnene Steuereintreiber, landet, kurz nachdem er seine Geliebte Tsu-hsien verloren hat, im Gefängnis und wird dort zum Tode verurteilt. Durch seine feine, nette und zuvorkommende Art erwirbt er das Vertrauen seines Zellenkumpanen und kann mit dessen Hilfe kurz vor der drohenden Exekution fliehen.
Bereits darauf findet Ning Tsai-shen in dem Zauberer Zhi-Quiou und einer Rebellentruppe neue Freunde, mit denen er erneut gegen böse Mächte antreten muss. Allen voran steht da ein äußerst fieser Dämon, der in der Gestalt eines Ministers vom Hofe des Kaisers die Macht an sich gerissen hat.
Das wäre im Grunde genommen alles schon kompliziert genug, wäre da nicht noch Choi Sin, eine junge Frau, die sich der Rebellion angeschlossen hat und die Ning für die wiedergeborene Tsu-hsien hält. Doch - kann sie es wirklich sein? Oder spielt das Schicksal mit ihm einen üblen Streich?
Nun, bevor ich zur Bewertung komme, muss ich erwähnen, dass mir bereits der erste Teil sehr wirr und seltsam vorkam, was vor allem aus der Tatsache herrührt, das Ching Siu-Tung sich mit einem Genre nicht begnügen konnte und gleich mehrere miteinander verknüpfte - oder : plötzlich anfing rumzuspinnen.
Die bunte Mischung aus Liebesfilm, Komödie, Kung Fu Film, Fantasyfilm, Märchen, Drama und sogar Horrorfilm mag dem einen oder anderen sicher gefallen, doch mich zog sie nicht in den Bann und so skizziert sich mir bereits das Erstlingswerk gemessen an den Charakterzügen Nings: Gutmütig-naiv und in der Umsetzung eindeutig zu unentschlossen.
Bei der Fortsetzung ist es dasselbe und auch ansonsten ist alles beim Alten:
Die Rolle Nings wurde eins zu eins übernommen und mit den neu eingeführten Personen werden Erinnerungen an alte Bekannte wach.
Diejenigen, die den ersten Teil bereits kennen, werden auch von der Handlung dieses Filmes nicht sonderlich überrascht sein. Dennoch wirkt "A Chinese Ghost Story 2" verglichen mit seinem Vorgänger "actionlastiger".
Die Kulissen sind genauso brilliant wie beim Erstlingswerk und wissen nicht minder zu beeindrucken. Visuell würde ich dem Film erneut eine glatte Eins geben.
Man merkt dem Film eben die Handschrift des gleichen Regisseurs in nahezu allen Belängen an. Wem der erste Teil bereits zusagte, kann mit diesem Nachfolger jedenfalls nicht viel falsch machen.
Die nahezu euphemistischen Bewertungen bleiben mir dennoch auch hier ein Rätsel. Ich kann mich ihnen nicht anschließen. Ich will auch nicht.
6 / 10