Review

Drei Jahre nach dem ersten Teil schob Ching Siu-Tung diesen Nachfolger hinterher, der leider, und so viel sei schon gesagt, nicht mit seinem Vorgänger mithalten kann.
Die drei Hauptakteure des Vorgängers sind dabei wieder mit an Board, auch wenn der Auftritt des Schwertkämpfers nicht allzu große ausfällt. Auch bei der Mischung verschiedener Genres hat man sich versucht an den ersten Teil zu halten, leider mit weniger Erfolg. War grad der Humor im Vorgänger schon manchmal etwas deplaziert. So wird der Running Gag aus Teil 1, dass jemand zusammen mit einem Monster in einem Raum ist, dies allerdings nicht bemerkt und ihm aber dennoch immer wieder ausweicht, wieder aufgewärmt und kann mir inzwischen wirklich kein Schmunzeln mehr abgewinnen. Das gleiche gilt für den „stehen bleiben“-Zauber und das nicht wissen wie man ihn auflöst. Dazu sehen die Monster auch nicht mehr halb so gut aus. Billige Puppen oder Menschen in etwas besseren Kostümen. Das kann sich nicht mit den Stop-Motion Modellen aus Teil 1 messen. Aber es ist die ganze erste Hälfte des Films die mächtig krankt. Fangen die ersten Minuten noch richtig spannend und unheimlich an, mit Kannibalen und bösen Omen, so kommt danach für längere Zeit eigentlich nur noch mehr oder minder platter Humor. Es wird zwar auch wieder eine Liebesgeschichte aufgebaut, der man mit der Schwester sogar eine Dreiecksbeziehung verpasst, aber die erreicht trotzdem nie die Romantik oder Dramatik von der aus Teil 1. Somit bleibt leider bis zur Einführung des großen Oberschurken nicht viel außer einer ziemlichen Länge. Der hat es dafür wieder in sich. Schon das erste Auftreten des bösen Priesters kann die inzwischen fast völlig verlorene Gruselatmosphäre reanimieren und kommt so richtig schön böse daher. So gewinnt die Story in Richtung Finale wieder einiges an Fahrt und spätestens wenn der Schwertkämpfer mit den 6 Lanzen den Tempel des bösen Priester betritt kann der Film endlich mit seinem Vorgänger mithalten. Auch Yin hat dann endlich sein Revival und darf einige tolle neue Tricks präsentieren. Auch die Spezialeffekte sind im Finale wieder deutlich besser, können sich aber nicht ganz vom vorhergegangen Trash-Puppen-Flair erholen.
Was die Optik angeht, so bleibt Ching Siu-Tung seiner Linie weitestgehend treu. Fliegende Blütenblätter, Spinnenweben die im Licht glänzen, viele gut eingesetzte Zeitlupen und sehr schöne Beleuchtungen. Nur die im ersten Teil überall präsenten flatternden Stoffe kommen nur noch selten vor, was dem Film einen „realer“ Touch gibt.
So bleibt „Chinese Ghost Story 2“ am Ende doch noch sehenswert. Zwar fällt er gegenüber seinem Vorgänger doch sehr ab, woran zum großen Teil die erste Hälfte schuld ist, aber vor allem das Finale macht dann doch einiges wieder wett. Wem Teil 1 gefiel, der kann ruhig auch mit Teil 2 sein Glück versuchen, wem nicht der liegt hier mit Sicherheit noch mehr daneben. Wegen der guten Optik und vor allem dem tollen Finale und dem Charakter des bösen Priesters gibt es grad noch so 7 von 10 Punkten.

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