Review

Die Chinese Ghost Story-Trilogie gehört ohne Frage zu den phantastischsten Filmreihen des Asiatischen Films und zu den bekanntesten Vertretern des Wuxia Genres. Ästhetik, Bildsprache und Musik prägten seinerzeit das Hongkong Kino und haben bis heute seine Spuren hinterlassen. 

Die Fortsetzung setzt nahtlos an das von Tsui Hark produzierte Erstlingswerk an. Ling Choi San (Leslie Cheung) nimmt nach dem Verlust seiner großen Liebe wieder seinen Job als Steuereintreiber auf. Das Pech verfolgt ihn nach wie vor, denn nach einer irrtümlichen Verwechslung landet er im Gefängnis. Kurz vor seiner Hinrichtung gelingt ihm doch noch die Flucht und er erlangt Unterschlupf bei einer Rebellengruppe. Dort trifft Ling ein junges Mädchen das seiner großen Liebe Siu Sihn zu verwechseln ähnlich sieht. Wurde sie etwas doch wiedergeboren? Zusammen mit einem Zaubermönch (Jacky Cheung) nimmt Ling den Kampf gegen einen neuen großen Dämon auf und muss sich auch noch gegen kaiserliche Soldaten bewähren...

Eine dramatische Liebesgeschichte, gewürzt mit einer Prise Humor, reichlich Fantasy und etwas Gruselstimmung, das waren die Zutaten für „A Chinese Ghost Story“. Der ungewöhnliche Mix funktioniert für meinen Geschmack in Teil 2 sogar noch etwas besser, da besonders die Actionkomponente noch etwas mehr im Vordergrund steht. Es gibt etwas mehr Swordsplay zu bestaunen, so wie man es von Regisseur und Choreograph Ching Siu-Tung (Swordsman) bereits aus vielen seiner Werke kennt. Realismus spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, was gleichzusetzen ist mit einen verstärkten Einsatz von Drahtseilen. Wirklich herausragend ist wieder die Optik, die durch ihre schöne Bildsprache zu faszinieren weiß. Traditionelle chinesische Musik und schöne Kulissen spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle, da sie maßgeblich zur Atmosphäre beitragen. 

Der Cast liest sich wie das Who-Is-Who des chinesischen Films: Neben Leslie Cheung, der auch schon in Teil 1 als tollpatschiger Held Ling zu sehen war, sind auch Wu Ma als Kung Fu Mönch und Joey Wong als hübsche Rebellin (Teil 1: Siu Sihn, Teil 2: Ching Fung) wieder mit von der Partie. Neu hinzugekommen sind Jacky Cheung (Swordsman) der ebenfalls einen zaubernden Mönch spielt und Michelle Reis als Schwester von Joey Wong. Positive Veränderung gegenüber dem Erstling ist die etwas ernstere Storyline, besonders auf größere Slapstickeinlagen des trotteligen Ling wurde dieses Mal weitestgehend verzichtet. Ins Schmunzeln kommt man aber nach wie vor, meist aufgrund der überbordenden Zaubertricks und der ulkigen Pappmonster.

Das in Teil 2 auch endlich mal etwas Swordsplay Verwendung findet und nicht nur Zaubersprüche vom Fließband, ist eine echte Bereicherung. Die Handschrift von Ching Sui Tung (Moon Warriors, Hero) ist unübersehbar und dürfte nicht nur Liebhaber asiatische Filme ansprechen. Nicht Jedermanns Geschmack dürften dafür wieder die sehr phantastischen Elemente des Films sein. Neben den obligatorischen Geistern spielen Dämonen und Zauberer ebenfalls eine tragende Rolle. Dabei wird mit Zaubersprüchen nur so um sich geworfen wenn es den bösen Kreaturen an den Kragen geht. Mir ist das alles eine Spur zu bunt und poppig, auch wenn ich mich der visuellen Brillanz nur schwer entziehen kann. Tricktechnisch geht A Chinese Ghost Story 2 für seine Zeit in Ordnung, auch wenn Puppenspieler und Männer in Gummianzügen für unfreiwillige Belustigung sorgen. Wer echte Martial Arts Action erwartet ist bei der „Chinese Ghost Story“-Reihe jedenfalls falsch, da sie eher dem Fantasyfilm zuzuordnen ist. 

Fazit:

A Chinese Ghost Story 2 gehört unterdessen zu den großen Klassikern des Asiatischen Films, auch wenn die Mischung aus Fantasy, Lovestory und Swordsplay etwas gewöhnungsbedürftig ist und alle Genre-Konventionen sprengt. Optisch ist der Film aber über jeden Zweifel erhaben, was schon allein das Ansehen rechtfertigt.

Details
Ähnliche Filme