Review
von Leimbacher-Mario
The Walking Dead
„D.O.A.“, ein gritty Gangsterklassiker aus dem Amerika der Nachkriegszeiten, in dem wir einem Buchhalter und wohl ziemlichen Lebemann nach San Francisco folgen, wo er nochmal die Sau rauslassen will, bevor es mit seiner Verlobten richtig ernst wird. Bloß blöd, dass er dort unheilbar vergiftet wird, es wohl nie mehr zu dieser Zukunft mit seiner hübschen Blondine kommen wird und er sich nun in den ihm verbleibenden Tagen auf die Suche nach seinen „Mördern“ macht...
Die saublöden Pfeif- und Jaulgeräusche, sobald eine schöne Frau das Bild betritt (und davon gibt es einige!), hätte man sich sparen können, nein müssen, die passen einfach gar nicht ins Gesamtbild dieses stringenten Thrillers. Ebenso sind die späteren ellenlangen Liebesbekundungen zwischen den zwei nun verlorenen Herzen viel zu viel des Guten, absolut kitschig und enervierend. Selbst wenn dieses zu spät erkannte Glück den traurigen, emotionalen Kern und einen Teil der Message („Sei glücklich mit dem Leben, das du hast. Nutze die verbleibenden Tage.“) ausmacht. Doch ansonsten ist „D.O.A.“ ein Klassiker seines Fachs, konzentriert und bissig, launig und atmosphärisch, großstädtisch und rau. Und obendrein noch ein solider San Francisco-Film, selbst wenn sicher eher in Studios gedreht. Da geht jedem Film Noir-Freund das Herz auf. 80 garantiert gut investierte Minuten. Man weiß, wie es ausgeht - aber der Weg dahin ist edelst. Und ich frage mich, warum man die simple wie geniale Ausgangslage danach nicht noch öfters benutzt und verwurstet hat. Mal abgesehen von den nicht schlechten, aber klar unterlegenen Remakes.
Fazit: ein absoluter und noch immer schwindelerregender Klassiker der schwarzen Serie. Die Grundidee ist zeitlos genial, das Tempo zieht gut weg und die Ladies sind fast schon jeden Pfiff wert (äh, nein) - „D.O.A.“ ist ein knackiger Film Noir, wie ihn damals Hollywoods untere Etagen am besten rüberbringen konnten. Einfach ein guter, klassischer Krimiknaller mit zurecht hohem Stellenwert in seiner Nische. Final und fertig, auf den Punkt hart gekocht.