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Olivier Gruner gibt bösen Buben mal wieder kräftig auf die Moppe – hier als vollautomatische Haushaltshilfe.
Der Opener erinnert zwar etwas an den Stil der „RoboCop“-Filme, aber zeigt schlitzohrigen Humor: Eine Familie wird von brutalen Verbrechern überfallen und kann sich nicht wehren. Doch das Ganze ist nur ein Werbespot, der das Funktionieren eines humanoiden Haushaltsroboters (Olivier Gruner) zeigen soll. Denn die Szene wiederholt sich, nur dass dieses Mal einer der Roboter anwesend ist und den eindringenden Schurken Saures gibt – allerdings ohne sie zu töten.
Die Herstellerfirma hat mit diesen Robotern der J-Serie, die alle gleich aussehen, vor fünf Jahren einen Durchbruch gehabt, doch die Konkurrenz hat inzwischen ähnliche Produkte raus gebracht und sie fast überflügelt. Die Rettung soll ein ominöser Prototyp sein, den allerdings kaum jemand zu Gesicht bekommen hat. Die Konzernleitung wird hierbei ähnlich wie die in „RoboCop“ porträtiert, denn im Verlaufe des Films wird klar, dass es sich hier um eine Bande von Halsabschneidern und Opportunisten handelt.

Ein fieses Subjekt in leitender Position will auch die über Nacht arbeitende Angestellte Nora Rochester (Daphne Ashbrook) verführen und fällt über sie her, als sie sich wehrt. Der anwesende Roboter J-269 schreitet ein, doch durch einen unglücklichen Zufall segnet der Aggressor das Zeitliche. Da es den Ruin der Firma bedeuten könnte, wenn herauskommt, dass die Roboter auch in der Lage sind Menschen zu töten, befiehlt man einem Söldnerteam J-269 und Nora auszulöschen, doch der wackere Roboter setzt sich zur Wehr…
Neben den „RoboCop“-Anleihen bilden auch die Geschichten Isaac Asimovs und Phillip K. Dicks wohl eine Inspiration für „Automatic“. Zum einen gibt es auch hier Roboter-Gesetze, die besagen, dass man keinen Menschen töten darf (und natürlich kommt J-269 in Konflikt damit), zum anderen stellt sich die Frage, ob Robo-Gruner und andere Automatics nicht auch von elektrischen Schafen träumen. Allerdings werden diese Elemente nur Szenario-Ausschmückung genutzt und nicht so hintergründig wie z.B. in „I, Robot“ behandelt.
Die Trickeffekte sind für das eher schmale Budget ganz nett geraten. Die Außenaufnahmen des Komplexes sind zwar einfach als Modell-Tricks zu identifizieren, aber versprühen den Charme von guter Handarbeit. Die Geschichte bietet eine relativ spannende Hetzjagd durch das Gebäude, auch wenn kleinen Längen auftauchen, sobald die Warterei zwischen den Actionszenen zu lange dauert. Auch die Wendungen tragen wenig zur Story bei; die finale Enthüllung überrascht zwar, bringt allerdings weder mehr Spannung noch wirklichen Tiefgang.

Die Inszenierung der Action ist an sich recht gut, auch wenn die Ausleuchtung leider etwas zu dunkel ist. Nur von der Menge könnte es mehr sein, dass die Fights und Shoot-Outs sind meist recht schnell geklärt. Die Schießereien sind ordentliche Genreware, wenn auch nicht so herausragend, aber in den Kampfszenen kann Gruner mal wieder seine Kampfkünste schick präsentieren.
Gruner muss als Android nur wenige Gesichtsausdrücke draufhaben und das ist ja für keinen Schauspieler ein Problem, auch nicht im B-Bereich. Daphne Ashbrook macht ihre Sache ordentlich, Jeff Kober gibt die fiese Hackfresse, die der B-Fan zumindest vom Gesicht her kennt und die Nebendarsteller sind OK.

Die Story ist zwar dicht und relativ spannend, aber die Action könnte mehr sein und es treten kleinere Längen auf, weshalb es nur noch ganz knapp zu 7 Punkten reicht. Da hat Gruner schon Besseres abgeliefert.

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