Review

Hier hat man ordentlichen Raubbau bei großen Vorbildern begangen. Regiesseur John Murlowski inszeniert hier seinen ersten Actionfilm. Er hat aus dem kleinen Budget wirklich das Beste herausgeholt, aber leider ist " Automatic " ein sehr unbekannter Film, obwohl er wirklich nette B-Action bietet. Es gibt bis heute keine DVD Veröffentlichung und auch die Videoveröffentlichung ist gekürzt. Aber immerhin kann man sich hier mal auf das Free oder Pay TV verlassen, die jedesmal eine ungekürzte Fassung sendeten. Auf jeden Fall können sich hier Actionfans wie ich sehr amüsieren und ich kann den Film als kleinen Geheimtipp sehr empfehlen.

Inhalt:
Der Erfinder Goddard Marx hat den Automatic auf den Markt gebracht, einen Roboter, welcher den Mensch unterstützt und beschützt. Doch als im Gebäudekomplex ein Vorstandsmitglied die Angestellte Nora Rochester vergewaltigen will, greift Automatic J269 ein und tötet den Mann ausversehen. Da der Fehler ausgebügelt werden muss, wird gleich eine Spezialeinheit bestellt, welche Beide töten soll. Der Komplex wird abgeriegelt und Nora und J269 sehen sich bald einer Übermacht an Gegner gegenüber. Aber J269 entdeckt seine menschliche Seite und ist ein Profi in Angriff und Verteidigung. Nun müssen sie einen Weg aus dem Komplex finden.

Gut geklaute Idee, wo man sich ordentlich bei " RoboCop " und Isaac Asimov bediente. Auch hier dürfen die Roboter nicht töten und haben auch gewisse Grundregeln zu befolgen.
Gleich die Anfangssequenz ist in bester RoboCopmanier. Man bekommt einen Werbespot präsentiert, in dem der Automatic eine Familie beschützt. Gleich hier beweist man ein Augenzwinkern und das man durchaus auch gut klauen kann.
Dann geht es relativ zügig zur Sache, man lernt die unsympatischen vorstandsmitglieder kennen und die arme nora wird vergewaltigt. J269 kann das nicht mitansehen und überwältigt das Vorstandsmitglied, nur bricht sich dieser ausversehen das Genick dabei. Und dann geht der Spass los. Marx ist außer sich und bestellt gleich eine tötungsgeile Spezialeinheit, welche den Beiden den Garaus machen soll.

Jetzt beginnt das " Die Hard " ähnliche Spektakel, aber diesmal mit verdammt vielen Gegnern, da J269 die erste Einheit recht schnell ausräuchert, kommt bald noch eine Zweite, noch größere Spezialeinheit hinzu. Dann wird geschossen und geprügelt was das Zeug hält. Oliver Gruner darf ordentlich austeilen und zeigt uns hier was er an Kampfsporttalent besitzt. Es wird zwar häufiger geschlägert, aber für meinen Geschmack auch zu kurz und die Fights könnten etwas mehr an Härte vertragen. Geschossen wird auch viel, aber ganz selten mit blutigen Einschüssen. Die FSK 18 Freigabe ist zwar berechtigt, doch etwas mehr Härte insgesamt, hätte den Film noch besser gemacht. Trotzdem kann die Action gut gefallen und ist auch sehr zahlreich. Da der Film eh nur eine kurze Lauflänge von 85 Minuten besitzt, gibt es keine Durststrecken.

Zum Schluss gibt es noch eine Überraschung, aber sonst ist das Ende sehr vorhersehbar. John Murlowski hat es auch recht offen gelassen, so dass man zur Not gut hätte eine Fortsetzung nachschieben können.
Für das Budget sind die Effekte echt ordentlich und das Szenarion allgemein kann sich auch sehen lassen. Für die Zukunftsvision hat man sich auch einiges einfallen lassen. Es ist alles ziemlich düster, Raumschiffe fliegen umher und es ist alles aus Metall. Der große Gebäudekomplex sieht von außen ziemlich billig aus und auch an manchen Plätzen innendrin, merkt man, dass in einer Fabrik gedreht wurde. Die Androideneffekte sind passabel, aber nie lächerlich.
Der Sound ist B-Movie typisch. Bedeutet, nichts Neues und auch nicht viel Verschiedenes. Schlecht ist er aber auch nicht, da gibt es wesentlich Schlechtere. Er passt gut zum Geschehen, mehr nicht und das reicht bei so einem Movie auch völlig aus.

Oliver Gruner ist die Rolle des Androiden J269 wie auf den Leib geschneidert, denn er braucht nicht viel Gestik und Mimik einzusetzen. Die schauspielerischen Fähigkeiten sind bei ihm sehr begrenzt, aber in der Action gibt er wie immer eine sehr gute Figur ab. Er ist auf seine Art als Android ein richtig sympatischer Typ.
Der potthässliche Jeff Kober ist der zum Teil wahnsinnige Major West. Kein guter Darsteller, aber als fiesling taugt er was. In einer guten Rolle, könnte man ihn gar nicht einsetzen.
Daphne Ashbrook als Nora Rochester gibt eine gute und auch glaubwürdige Figur ab. Ihr Part geht wirklich in Ordnung.
Die Darsteller allgemein sind alle im guten Mittelmaß und können überzeugen. Es gibt hier keinen der lächerlich wirkt, oder sonst aus der Reihe tanzt.

Fazit:
Überraschend gutes Sci-Fi Actionmovie. Der Genremix ist gut zusammengeklaut und bietet viel Action, die aber ruhig noch etwas mehr Härte vertragen könnte. Die Kulisse ist Zukunftsstimmig und die Darsteller sind alle im grünen Bereich. Ist rasant anzusehen und macht auch Spass, hoher Unterhaltungswert.

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