Wenn ich an Scooby Doo denke, werden Kindheitserinnerungen wach. Wie schön war es doch damals, sich Samstag-Früh schon um 06.00 Uhr heimlich aus dem Bett zu schleichen und die Cartoons bei RTL, SAT. 1 und PRO 7 zu verfolgen. Dabei stach meist eine Zeichentrickserie die Anderen reihenweise aus. Die Rede ist von "Scooby Doo, wo bist Du" und all seinen Ablegern. Eine herrlich schräge, wohlig gruselige und vor allem liebenswerte Serie, die die Kiddies (also auch mich) von damals glücklich machte. Im Jahre 2002 hat man sich nun entschieden, die Serie als Realfilm auf die Leinwand zu bringen. Doch das hätte man wohl lieber gelassen!
"Scooby Doo" ist ein quietschbuntes, hoch albernes Fantasie-Comedy-Vergnügen, dem leider der Charme der Original-Zeichentrickserie vollkommen verwert bleibt! Die Charaktere haben eigentlich nichts von ihren gezeichneten Vorbildern ab bekommen (sieht man mal vom Aussehen ab)! Einzig der computeranimierte Scooby-Doo kann durch seine Tapsigkeit für viele Lacher sorgen, auch wenn der gemalte Scooby nur müde lächeln würde!
Storymäßig, dass muss man allerdings zugeben, kann es der Realfilm allerdings mit den Geschichten der Serie aufnehmen! Im typischen Scooby-Stil ist so ziemlich alles vorhanden, was auch schon beim Gemalten vorkam. Da hätten wir gruselige Bösewichte, ein Rätsel das es zu lösen gibt und viele Gags im typischen Scooby-Stil. Doch was nützt das, wenn man die richtig guten Brüller (wie die Körpertausch-Szene) unter den vielen Blindgängern suchen muss?!
Auch die Darsteller sind ein Grund, warum das Ganze eher enttäuscht. Frauenschwarm (und für alle Männer wohl die Kotz-Fresse schlechthin) Freddy Prinze Jr. sieht mit blonden Haaren noch dämlicher als sonst aus und kann in seinen Charaktere keinerlei Charme einbringen. Und auch von Sarah Michelle Gellar hat man schon wesentlich bessere Leistungen gesehen. Matthew Lillard und Linda Cardinelli gefallen von den Vieren dann noch am besten, da wenigstens sie etwas von ihren Vorbildern übernommen haben! Aber auch sie können nicht 100% überzeugen!
Am tollsten ist allerdings Rowan Atkonson, der hier wieder einmal grandios, seine Rolle als Bösewicht ausspielt, auch wenn er manchmal etwas unterfordert wirkt! Er kann einfach alles und ist immer zum schießen komisch!
Fazit: Knallbunter, aber alles in allem eher enttäuschender Versuch eine Kultserie durch eine Realverfilmung wieder zu beleben. Zwar kann die Story überzeugen, doch die Charaktere sind größtenteils nur traurige Abziehbilder der gemalten Vorgänger. Schlechte Darstellerleistungen tun da ihr übriges. Zudem gehen die guten Gags leider im Sumpf der Blindgänger unter!
Ein grandioser Rowan Atkinson und der gelungene Scooby Doo und eben die eigentlich gute Story hieven den Film allerdings gerade noch so (ganz knapp) über den Durchschnitt!
Wertung: 5,5+/10