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Die US-amerikanische Hauptstadt Washington, D.C. wird seit einiger Zeit von ungeheuren Naturkatastrophen heimgesucht. Stürme, Regen und Erdbeben haben die Stadt mittlerweile fast dem Erdboden gleichgemacht. Den Grund dafür kann sich keiner so genau erklären, nicht mal hochrangige Wissenschaftler. Bis auf Marcus Grange, dem die Regierung einst die Finanzierung für sein heiß geliebtes Projekt gestrichen hatte. Grange sinnt seither auf Rache und verwüstet nun mit einer geheimen Anlage, mit der er das Wetter steuern kann, alles und jeden, der ihm im Weg steht.

Wenn es den SyFy Sender nicht gäbe, dann müßte man ihn wohl glatt erfinden. Seit Jahren versorgt uns der Kanal mit wechselnden Namen mit preiswert produzierten Monster- oder Katastrophenkloppern der meist unterprivilegierten Art. Hier treibt ein ehemaliger Klimaexperte, den man die Mittel gestrichen hat, sein Unwesen. Zusätzlich scheint er auch noch ein prima Physiker und Computergenie zu sein, denn er schafft es sogar mittels einer Fernbedienung das Wetter zu kontrollieren, um so Rache an denen zu nehmen, die einst sein Projekt wegen zu hoher Kosten gestrichen haben.
Spätestens an der Person des Marcus Grange kann man jedwede Ernsthaftigkeit in den Washingtoner Himmel schießen. Dazu kommen noch so lustige Bräsigkeiten mit einem Blitzgewitter innerhalb eines Gebäudes (das soll bitte mal jemand mit der Erdenphysik in Einklang bringen) oder das ausgerechnet seine beiden Söhne (einer ein normaler Cop der andere ein Rumtreiber) und eine Ex-Mitarbeiterin an den technischen Lösungen feilen müssen und nicht etwa ein gelehrter Professor für sonstirgendetwas oder wenigstens ein Rudel Experten der Regierung ist in etwa so glaubwürdig wie eine Steuererklärung von Al Capone.
Irgendwann hört man auf den ganzen Stuß ernst zu nehmen (am besten so etwa 30 Sekunden nach Kauf der DVD), dann macht die Sache fast schon wieder so etwas wie Spaß. Stacy Keach ist sich bekanntlich für nix mehr zu schade und darf lustig overacten. Dazu das komplette Zerstörungsprogram von Pentagon, Capitol, National Mall, Lincoln Memorial (leider nur selten im Bild) mittels der ganzen Naturpalette wie Blitzschlag, Flutwelle, Hagel, Blutregen oder Stürmen hat schon einen gewissen destruktiven Reiz.
Die Rahmenstory drumherum ist wie gewohnt, zum vergessen, die zwei streitenden Brüder genauso wie die Dreiecks Love Story mit Daddies ehemaliger Assistentin interessiert nun wirklich keine Sau. Auch die herzergreifende Vater/mißgeliebter Sohn Reunion kann man lässig vorspulen. Kleines Kompliment dafür an die Computerabteilung, die Grafiken der diversen Katastrophen sehen gar nicht mal so schlecht aus, zumindest für die vermuteten Produktionskosten.
Das Cover verkündet zwar stolz die Empfehlung für Fans von "2012, Say after tomorrow oder Twister", aber so weit wollen wir dann doch nicht gehen. Nach 80 Minuten ist der Wetterzauber dann auch schon wieder vorbei. Mit Sicherheit bietet Weather Wars keinen tollen Film, dafür jede Menge meteorologischen Bullshit zum amüsieren. Ausgaben für DVD: 2 Euro, Gegenwert an Unterhaltung: 2,50 Euro, geht schon in Ordnung.
4/10

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