Home Invasion meets Waldmonster, - was für Trashfans wie ein Garant für schlechten Geschmack klingt, entpuppt sich rasch als kleiner Drecksfilm. Für eine Hommage an das 70er Exploitationkino ist zuviel CGI im Spiel, die silikonfreien Oberweiten sind da schon besser getroffen, allerdings nicht sonderlich stilvoll in Szene gesetzt.
Die Rockergang um Jett zieht plündernd, vergewaltigend und mordend durchs Land, als sie zur abgelegenen Waldhütte des Anthropologen Dr. Marco gelangen. Dieser birgt im Keller ein düsteres Geheimnis, welches seine einzige Chance gegen die überlegenen Belagerer sein könnte…
Autor und Regisseur James Bickert bedient sich gleich mehrerer Motive: „Last House on the Left“ mit dem latent dreckigen Spirit der Siebziger beherrscht die Atmosphäre, hinzu kommt die Bikergang als rollendes und mit Kraftausdrücken um sich werfendes Übel, dann der dubiose Forscher und zuletzt ein Monster mit kurzen Einsätzen.
Nur leider ist hier alles dilettantisch in Szene gesetzt. Die Mimen sind durch die Bank übel, die dazugehörige Synchro auch, nur selten fängt die Kamera die fahrenden Rocker mit etwas Schwung ein, ansonsten hält sie meistens stumpf drauf und übertreibt mit unkoordinierten Nahaufnahmen, was besonders bei einem Strip in einer Bar negativ auffällt, der darüber hinaus viel zu lang ausfällt.
Demgegenüber griff die FSK mal wieder beherzt zur Schere und entfernte gleich ganze Sequenzen wie die Einstiegsszene mit missbrauchten Nonnen und auch die Vergewaltigung einer Schwangeren mit anschließender Entfernung des Embryos fehlt gänzlich, womit rund zehn Minuten Originalmaterial fehlen. Selbst ein harmloses Messer in der Stirn hielt man für zu brutal, wogegen ein verätztes Bein, Darmschlingen, Enthauptung und ein paar Einschüsse erhalten bleiben. Logischerweise sollten Gorehounds jene verstümmelte Fassung meiden.
Abgesehen von Sex und Gewalt gestaltet sich erst das letzte Drittel ein wenig interessanter als die bärtigen Jungs zum Forscher und seinem Besuch vordringen und ihren Trieben freien Lauf lassen. Das Zottelmonster ist immer nur sehr kurz zu sehen, was gewiss an der unglaublich schlechten Verkleidung liegt. Auch mit sehr geringem Budget wäre mit ein wenig Liebe zum Detail deutlich mehr drin gewesen.
Für Trashfreunde sind am Rande die Statisten erwähnenswert, die aufgrund schlechten Timings regelrecht darauf warten, erschossen zu werden und die Ausführungen eines philosophierenden Tankwarts sorgen für kleine Aufheiterungen, ansonsten gestaltet sich das Treiben der Rocker alles andere als erheiternd.
Knallharte Exploitationfans könnten bei dem Werk eventuell auf ihre Kosten kommen, doch wer spannende Konfrontationen, solides Schauspiel oder einen atemberaubenden Showdown erwartet, dürfte weitgehend in die Röhre gucken.
3,5 von 10