Nachdem Alexandre Aja mit seinem Beißer-Remake den ersten unterhaltsamen und zufriedenstellenden Piranhafilm abgeliefert hatte – noch dazu in 3D – und diesen gleich noch durch eine spaßige und sehr blutreiche Trashmühle gedreht hatte, war der Weg für eine unvermeidliche Fortsetzung frei.
Das beliebte Rezept für seinen hämoglobinreichen Eintopf für die Sommerferienmonate blieb für das Sequel erhalten: Sonne, Wasser, Bikinis, Titten, Monsterfische, Zwischendurchopfer, finale Blutorgie. Natürlich mussten die Macher ein paar eigene Akzente setzen und die bestanden hauptsächlich in „mehr Titten“.
Sonst ist alles eine Nummer kleiner und provinzieller ausgefallen, diesmal treiben die Fische in einem just zu eröffnenden Wasserspaßpark ihr Unwesen.
Den führt natürlich ein geldgeiler Stiefvaterwitwerunhold mit rückweichendem Haaransatz, während sich während der letzten drei Tage vor Eröffnung lang und schmutzig die Mädels an Cocktails und Arschbomben schadlos halten.
Da Amis ja immer noch eine freie Oberweite für extrem revolutionär halten, gibt es davon hier reichlich und das in ordentlich gesetzten Abständen. Ergänzend dazu hat man ein paar Geschmacklosigkeiten eingebaut, die den Revoluzzercharakter des Geschehens natürlich ins Unendliche heben: ein Dickmops, der seinen Schwanz in die Wasserabsaugung hält; ein Mädel, das einige Stunden einen prähistorischen Piranha in ihrer Mumu spazieren führt (und sich dabei nicht so dolle fühlt), bis ein anderer Typ dummerweise seinen Penis in sie hineinsteckt (um das Ergebnis hinterher noch selbst abzuhacken) und wieder der dicke Typ, dem sich diesmal ein Piranha in den Anus bohrt/hineinfrisst. So etwas will man doch sehen, wenn man 16 und verzweifelt oder bekifft ist.
Aus dem ersten Film hat man Christopher Lloyd und Ving Rhames (stilecht mit Gewehrprothese) herüber gerettet, in den ersten anderthalb Minuten lässt sich Gary Busey vernaschen und den praktisch komplett zweiten Filmteil hat man David Hasselhoff frei geräumt, der als Stargast die Butze eröffnen soll, aber weder mit seiner Zweitklassigkeit, noch mit seiner Bademeistervergangenheit klar kommt.
Das ist offenkundig witzig gemeint, aber „The Hoff“ sieht eher müde und frustriert aus und der Satire fehlt es an Konsistenz und Konsequenz – genauso wie dem Autorentrio (übrigens erfahrene Leute aus der „Saw“- und „Feast“-Reihe) an zündendem Witz. Hätte man doch bloß auf das Duo des 3D-Remakes zurück gegriffen…
Ach so, Story: tja, die ist natürlich überschaubar, denn die Fische sind einfach via unterirdische Seehöhle in den nächsten See gewandert und stehen irgendwie tierisch auf Chlor, dass der finstere Wasserparkbesitzer natürlich in den nahen See gepumpt hat. Stieftöchterlein kämpft dagegen an, mit dabei ein schwimmunfähiger Spargeltarzan und ein bestechlicher Dorfpolizistenspund, der heimlich ein totales Arschloch ist. Mehr braucht es nicht, außer vielleicht noch der finalen Massenpanik mit Fressorgie, die aber auch drei Nummern kürzer und zahmer ausfällt als bei Aja.
Ich bin jetzt mal nicht so böse und gebe mit viel Goodwill noch eine Durchschnittswertung, weil die Fische ordentlich ausschauen und manchmal ein Schmunzler drin ist. Den möchte ich dann aber knapp bemessen verstanden wissen. Nicht noch flacher treten! (5/10)