Review

Die Projekte von Nicolas Cage ließen in den letzten Jahren zu wünschen übrig. Seine letzter Einsatz in der DTV-Veröffentlichung "Trespass" war auch nur Stangenware, nach der schon heute kein Hahn mehr kräht. Umso erfreulicher ist es, dass er mit "Pakt der Rache" zu (fast) alter Stärke zurückfindet.

Das glückliche Leben von Will Gerad (Nicolas Cage) endet jäh, als eines Nachts seine Ehefrau (January Jones) von einem unbekannten Mann auf offener Straße vergewaltigt wird. Als Will ins Krankenhaus eilt und im Wartezimmer auf die Diagnose wartet, sitzt ihm der geheimnisvolle Simon (Guy Pearce) gegenüber, der ihm erzählt, dass er von einer geheimen Organisation kommt, die sich um Fälle kümmert, die Justitia zu milde bestraft. Er bietet Will an, sich um dieses "Problem" zu kümmern, unter zwei Bedingungen: Diese Dienstleistung kostet ihn zwar kein Geld, aber Will würde sich verpflichten, hier und da mal einen unwichtigen Botengang für diese Firma zu machen und mit keinem über diese Firma zu sprechen. Der verzweifelte Will willigt ein.
Nachdem der Vergewaltiger nur einen Tag später beseitigt wurde, lassen die Botengänge nicht lange auf sich warten. Als Will bemerkt, dass seine Gegenleistung nicht nur dem guten Zweck dient, ist sein eigenes Leben in Gefahr...

Mit Cage und Pearce hat man zwei exzellente Gegenspieler gewählt und man spürt, dass die beiden ihre Rolle voll ausleben. "Pakt der Rache" ist durch die Bank leidlich spannend, das kann man dem Film sicherlich nicht absprechen. Dennoch ist der Film wirklich nur ein Genuss, wenn man nichts, aber wirklich gar nichts, hinterherfragt und bei der Logik beide Augen zudrückt.
Die Story ist natürlich absoluter Käse. Wieso sollte so eine Organisation, die sichtlich nur aus hochqualifizierten Killern besteht, normales Fußvolk wie Cage´s Charakter zu Taten zu zwingen, für die sie weder moralisch noch körperlich geeignet sind? Desweiteren ist es natürlich absolut lächerlich, dass dieses "Geschäftsmodell" bisjetzt immer funktioniert hat und man mit Cage den ersten "Geschäftspartner" präsentiert, der nicht spurt, und man ihm danach als Quittung das Leben zur Hölle macht. Wie man im Filmverlauf beobachten kann ist dieser Aufwand dafür enorm hoch, anstatt einfach den geraden Weg zu wählen (wie jeder Killer es machen würde) und sagen: Person "X" passt mir nicht, also räume ich ihn selber aus dem Weg.
Zumal ein professioneller Killer auch deutlich weniger Spuren am Tatort hinterlassen würde, wie ein Laie.

Wer diesen dicken Kloß ohne zu Kauen runterschlucken kann hat noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. "Pakt der Rache" ist nahezu bis zum Ende hin vorhersehbar. Was Regisseur Donaldson uns als Überraschung oder Wendung präsentieren will, weiß der Genre-Freund (oder er erahnt es zumindest) schon zehn Minuten früher.
Das man mit so einem Mischmasch nicht den Olymp erklimmen kann, dürfte jedem klar sein.



"Pakt der Rache" ist ein sehr spannender Thriller, wer keinen großen Anspruch auf eine glaubwürdige Story legt und dem etliche Logiklöcher am Allerwertesten vorbeigehen, kann mit gutem Gewissen  einen Blick riskieren.

6/10

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