Der ehemalige Polizist Nick Cassidy (Sam Worthington) wurde für einen Diamantenraub zu 25 Jahren Haft verurteilt und bekommt unter strenger Aufsicht einen Tag "Freigang" für der Beerdigung seines Vaters beizuwohnen. Diese Situation nutzt Nick und flüchtet vor der Polizei.
Er taucht unter und einen Monat später mietet Nick ein Zimmer im 21. Stock eines Hotels in Manhattan. Er frühstückt genüsslich, ohne Fingerabdrücke im Zimmer zu hinterlassen und begibt sich dann nach draußen auf den Sims. Das bleibt nicht lange unbemerkt und die Menschenmenge auf der Straße wie auch Polizei haben den Selbstmörder bald im Auge - doch Nick verfolgt einen ganz anderen Plan, als zu springen: Er will seine Unschuld beweisen und wird tatkräftig durch seinen Bruder (Jamie Bell) und dessen Freundin (Genesis Rodriguez) unterstützt. Diese beiden sind nämlich im Gebäude gegenüber auf der Jagd nach dem Diamanten, den Nick angeblich gestohlen haben soll. Doch dieser ist in einem riesigem Tresor-Komplex mit den neusten technischen Spielereien gut geschützt...
"Ein riskanter Plan" ist nach "Safe House" jetzt schon der zweite Thriller in diesem recht jungen Jahr 2012, bei dem es bei mir weder in der Hose noch im Hirn gethrillert hat. Die größte Baustelle dürfte das Drehbuch darstellen. Wie dilettantisch sich die Cops bei Nicks Flucht dranstellen (ohne Handschellen. Ja nee, is klar) - da drücke ich ja noch ein Auge zu. Aber spätestens, als er per Headset mit seinem Bruder Kontakt aufnimmt, der sich durch die HighTech-Sicherungen hangelt und immer wieder auf seine Grenzen stößt (und Nick natürlich immer eine passende Uri-Geller-Lösung parat hat), geht bei mir die Stimmung den Bach runter. Ein weiterer Punkt, den Nick in seinen grandiosen Plan einkalkuliert hat, ist der Faktor, dass seine wahre Identität (also einfach, dass ihn jemand als Nick Cassidy erkennt) nicht auffallen darf. Na bitte - das geht doch... Obwohl ihm tausende Polizisten (darunter auch ihm bekannte, mit denen er schon einmal zusammen gearbeitet hat) und etliche TV-Sender am Arsch kleben. Denn sollte Nick auffliegen, könnte ja der Obergangsterboss (Ed Harris) auf der anderen Seite die Lunte riechen, dass man an seinen Diamanten will.
Nein, nein, nein. Es ist ein riskanter Plan, solch ein affiges Drehbuch dem Konsumenten aufzutischen, ohne dass man es hinterherfragt. Und obwohl ich jetzt nicht wirklich bekannt dafür bin, wenn mir eine gehörige Portion Spannung vor die Latz geknallt wird, dass ich großartig Klischees oder die Handlungen der Figuren hinterherfrage. Das hier ist einfach zu viel des Guten und dementsprechend hölzern kommt der Film voran. Obwohl es einige wirklich atemberaubende Szenen gibt, bei denen der Puls in die Höhe steigt, hält sich mein Mitfiebern arg in Grenzen. Das könnte auch an dem Schauspieler-Trio selber liegen, das auf mich nicht wirklich die größte Sympathie ausstrahlt.
Also ganz ehrlich: Für einen Film, der im Kino ausgewertet wird, ist das echt ein Witz und eine Enttäuschung.
Selbst wenn "Ein riskanter Plan" mal im Free-TV laufen sollte, kann man auch bevorzugt den Konkurrenz-Sender einschalten, denn eine Folge "Criminal Minds" oder Konsorten bieten in einer Stunde mehr Power wie dieser Thriller.
3/10