Auf dem Sims eines New Yorker Stadthotels kann einem schon mal schwindelig werden, besonders, wenn das Erklimmen der Externsteine bereits leicht schummrige Zustände auslöst.
Schwindelfrei scheint auch Hauptdarsteller Sam Worthington zu sein, der den Balanceakt zwischen Coolness und Zeitdruck besser auf den Punkt bringt als das zuweilen leicht holprige Drehbuch.
Dem ehemaligen Cop Nick Cassidy (Worthington) wird der Raub eines wertvollen Diamanten zur Last gelegt, doch während eines kurzen Freigangs gelingt ihm die Flucht. Kurz darauf befindet er sich in luftiger Höhe und kündigt seinen Suizid an, es sei denn, Polizeipsychologin Mercer (Elizabeth Banks) gibt ihm genügend Zeit, auf Umwegen seine Unschuld zu beweisen…
Kein leichtes Unterfangen für einen Regieneuling wie Asger Leth, die auf den ersten Blick simple Story mit einer abgerundeten Erzählweise auf den Punkt zu bringen. Denn zwischenzeitlich schwankt er arg zwischen leichten Auflockerungen, dramatischen Einlagen und dem oftmals zu zaghaften Enthüllen vermeintlich unvorhergesehener Wendepunkte.
Dennoch gelingt es der Erzählung, die Aufmerksamkeit von Beginn an auf sich zu ziehen.
Während wir zunächst von der Unschuld der Hauptfigur ausgehen können, ist die Rollenverteilung einiger Nebenfiguren zunächst nicht so eindeutig zu kategorisieren. Sein Bruder Joey (Jamie Bell) und dessen schmucke Latina könnten, trotz des gut durchdachten Planes eines Parallelcoups genauso ihre eigenen Ziele verfolgen, einige Cops wirken demgegenüber von vornherein zwielichtig und auch bei einem Portier (William Sadler) kann man sich bis zum Showdown nicht so sicher sein. Klar ist allerdings von Anfang an, dass Cassidy ein Ablenkungsmanöver in die Wege geleitet hat, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhalten, was die leicht aufheiternde Kritik an Sensationsgier anhand ausharrender Schaulustiger ins Spiel bringt.
Die Inszenierung wirkt im Gesamtbild eher altmodisch, was Vor - und Nachteile mit sich bringt, insbesondere bei der Kameraarbeit. So vermisst man in luftiger Höhe variable Blickwinkel, welche die schwindelerregende Situation effizienter auf den Punkt bringen könnten, denn an der Stelle wird man leider selten mitgerissen, geschweige denn, stellt sich ein Vertigo ein. Besser gelingt dies mit der eher bodenständigen Optik innerhalb der Parallelhandlung, welche zwar zahlreiche Logiklücken in die Runde wirft, jedoch mit einigen spannenden Momenten aufwartet, welche primär dem Blick aufs Wesentliche zu verdanken sind.
Ob man also Geldbündel auf die Schaulustigen regnen lässt, das Ausschalten eines Hitzesensors recht unkonventionell erfolgt oder ein finaler Sprung unwahrscheinlicher ist als sechs Richtige im Lotto zu tippen, - ein solider Unterhaltungswert ist gegeben, ein Ed Harris vermag auch mit kurzen Einlagen eine ungeheure Präsenz auszustrahlen, während Worthington weniger durch körperliche Anwesenheit, denn durch seine scheußliche Frisur auffällt.
Es kommt zwar viel hanebüchenes Zeug zusammen, doch dieses, trotz leicht holpriger Erzählweise einigermaßen ansprechend zu verpacken, gebührt einem Regieneuling durchaus Respekt. Zwar kein durchweg gelungener Balanceakt, aber einer, der bei vergleichsweise geringem Anspruch für eine Sichtung glücken dürfte.
6 von 10