Der Courier stellt keine Fragen. Der Courier bringt nur seine Päckchen für scheinbar dubiose Geschäftsleute von Punkt A zu Punkt B, ohne zu wissen was der Inhalt ist.
Kommt euch das bekannt vor? Ja, Jason Statham spielte diese Rolle als Transporter schon dreimal, und dreimal hat diese dünne Grundstory ausgereicht, für flotte Action auf die Leinwand zu zaubern.
"The Courier" unterscheidet sich von seiner Grundkonstellation nicht viel von "Transporter", außer im eher unwichtigen Punkt, dass Statham mit einem dicken Audi und dieser Postbote (gespielt von Jeffrey Dean Morgan) meist per pedes unterwegs ist. Der zweite Punkt, der schon etwas mehr ins Gewicht fällt, ist das vorliegende Drehbuch. Will "Transporter" als No-Brainer mit Nonstop Action unterhalten, scheitert dieser Film an dem absolut unterirdischen Drehbuch.
Der rote Faden, der den Zuschauer durch den Film begleiten könnte oder sollte, fehlt einfach. Jeffrey Dean Morgan bekommt mit vorgehaltener Knarre den nächsten Job von einen FBI-Agenten (Til Schweiger) verpasst, um einen Koffer an einen gefährlichen Mann namens Evil Cevil zu übergeben, der sich scheinbar unter dem Namen Maxwell (Mickey Rourke) in Las Vegas versteckt. Naja, keiner weiß es eben so genau, denn man weiß nicht, wie Evil Knievel aussieht oder ob er überhaupt noch lebt.
Während dieser Evil von Nebencharakteren als "Dämon der Unterwelt" beschrieben wird, läuft Morgan relativ planlos durch die Gegend und den Film, während der andere (Rourke, der knappe 5 Minuten Anteil an diesem Film hat und den man dank Perücke fast nicht erkennt) im Dunkeln telefoniert. Dazwischen gibt es viel hanebüchenes, wenig logisches oder irgendetwas, was nachvollziehbar wäre. Darunter leidet die Spannung und der ganze Genuss.
Optisch ist der Film gut gemacht, nur fühlt das sich so an, als hätte man Uwe Boll wieder eine Spiele-Adaption drehen lassen. Viel Glanz und Schein, aber es steckt nichts Verwertbares dahinter. Erwähnenswert wäre noch, dass Til Schweiger sich in kleinen Nebenrollen ganz gut anstellt. Witzig ist, dass, wenn er sich selber synchronisiert, seine Worte sich nicht mehr so versoffen oder genuschelt anhören, wie man es bei ihm sonst gewöhnt ist.
Der Schlussakt drückt dann etwas aufs Gaspedal, kann aber mit einem beknackten Story-Twist auch nicht wirklich überzeugen.
Fazit:
"The Courier" hat einen rasanten Beginn, kackt danach aber aufgrund eines sehr schlechten Drehbuchs total ab. Hier und da sind vereinzelt solide Szenen zu sehen (unter anderem auch eine recht gelungene Folter-Szene), doch das reicht nicht im entferntesten aus, um sich diesen Schinken für einen Filmabend auszuleihen. Actionfans können, wenn sie keine Alternativen haben, vielleicht mal zugreifen.
3/10