Review

Auch mit ganz wenigen Erwartungen wurden diese sogar noch von THE COURIER unterschritten. Schon nach 5 Minuten ist klar, dass dies nicht mein Film werden wird. Eine zweitklassige und möchtegern-coole Synchro zieht sich durch den ganzen Film und die laue Handlung, kaum Spannung und Logikprobleme geben mir den Rest. Den Vogel schießt die todernste Stimmung ab, denn mit einiger Selbstironie hätte es ganz unterhaltsam werden können. Die oft gemachten TRANSPORTER oder ANGEL HEART Vergleiche bringen nicht viel, dann doch lieber noch mal diese Originale genießen.

THE COURIER handelt von einem Postboten (Jeffrey Dean Morgan) der Unterwelt der ein Meister seines Fachs ist. Bei einem hochdotierten Auftrag bleiben ihm 60 Stunden um die brisante Fracht zu übergeben. Ein unbarmherziger Kampf um Leben und Tod beginnt...Schauspielerisch ist der Film kein Totalausfall, Morgan agiert glaubwürdig und reif in seiner Rolle. Till Schweiger geht gar nicht und versucht immer besonders akzentuiert oder prägnant zu sprechen und macht sich damit eher lächerlich und in der Rolle als FBI Agent auch unglaubwürdig. Liegt auch an der nachträglichen Synchro aus dem Englischen. Zum Glück ist er nur circa 5 Minuten im Bild. Noch weniger ist Mickey Rourke zu sehen, was damit schon fast einem Etikettenschwindel in der Vermarktung von THE COURIER gleichkommt.

Ich bezweifle, dass mehr Screentime von Mickey Rourke den Film hätte retten können. Er ist recht inkonsistent gelungen und wirkt wie ein wilder Mix von Bausteinen die eigentlich nicht gut zusammen passen. Außer einer gelungenen Anfangsszene, in die ca. 90% des verfügbaren Budget geflossen scheint, gibt es nicht viel zu vermelden. Die FSK 18 ist ein Witz und niemand weiß wie diese zustande kommt. THE COURIER erweißt sich als ziemlicher Blender und sitzt zwischen allen Stühlen von Thriller, Action und Krimi.

Coole Handlungsteile oder Gewaltszenen gibt es bis auf vereinzelte Versuche auch nicht - Fehlanzeige! Der gepushte Actioncharakter des Films verkommt in ein paar kleinen Raufereien zur Farce. Dramaturgie und Spannung scheinen leider auch nicht zu den guten Tugenden des israelischen Regisseurs Hany Abu-Assad zu gehören, der sich mit diesem Film nicht wirklich in mein Langzeitgedächtnis eingebrannt hat. Auch das Ende sollte man wie den ganzen Film am besten gleich wieder vergessen.

3/5 Punkten

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