Nach einer Reihe von Filmen in den sechziger und Anfang der siebziger Jahre brachte Teruo Ishii als unbeschriebenes Blatt ein weiteres japanisches Werk heraus, dessen Inhalt sich um die berüchtigte Feudalherrschaft der Tokugawa-Dynastie Japans dreht. Dabei setzte er zweifelsfrei neue Akzente im Sexploitationkino, was die Gewaltdarstellungen angeht. Doch auch das Drehbuch besteht mehr als aus Füllmaterial, dass rund um Erotikszenen gestrickt ist. "Oxen Split Torturing" teilt sich inhaltlichin in zwei Geschichten, die unverständlicherweise nicht miteinander verknüpft sind. Die erste handelt von der Christenverfolgung und dem Schicksal eines Samurais und Stellvertreters des Richters, der die christliche Freundin des Untergebenen foltert, vergewaltigt und vor den Augen des verzweifelten, aber gehorsamen Samurai zur Geliebten macht. Die gezeigten Folterungen gehen kaum auf die sprichwörtliche Kuhhaut, sadistisch lässt der Feudalherr die Christen abkochen, die Körper durchtrennen oder mit Brandeisen verstümmeln. Die explizite Härte, mit der das gezeigt wird und so manch ausgefallen fiese Idee sind erstaunlich, zumal dann, wenn man das Entstehungsjahr beachtet. Die namensgebende Zweiteilung der Geliebten durch zwei Ochsen verschwindet da fast neben bizarren Einfällen, wie sie sonst kaum so gebündelt in einem Film zu finden sind. Abgesehen von den teils splatterigen Einlagen, wie das Abschlagen eines Fußes mit einem Holzhammer, bis der Richter die blanken Knochen abbricht, ist auch der Abgrund im Psychoterror um eine Liebesgeschichte unter der Last des Tokugawa-Systems nicht ganz ohne. Die zweite Geschichte handelt von einem armen Schlucker, der in einem Freudenhaus diverse Mädchen freihält und sich dabei als Sohn eines reichen Kaufmanns ausgibt. Als der Schwindel morgens auffliegt, wird er genötigt, die Schulden mit einem Jahr niederer Arbeit abzugelten. Auch hier gibt es eine Liebesgeschichte, nämlich von dem Taugenichts und einer Prostituierten, genau so tragisch ist auch hier der Ausgang. Bis dahin gibt es ebenfalls eine ganze Palette an Bosheiten, die dem Zuschauer um die Ohren gehauen werden, erniedrigend und brutal sind die Sitten, wenn eine schwangere Prostituierte mit der bloßen Hand eine Abtreibung über sich ergehen lassen muss oder ein Fluchthelfer mit einem stumpfen Messer kastriert wird. Gepaart mit immer wieder eingeschobenem, albernem Humor ist die Rahmenhandlung um zwei Verlierer, die sich immer tiefer in ihr Elend hereinreissen, alles andere als witzig dargestellt. Ebenso bizarr muss man schon veranlagt sein, um die recht vielen Nacktszenen in der Gesamtheit noch erotisch zu finden. Abstriche muss der Betrachter auch in der filmischen Umsetzung machen, weder Kamera noch Darsteller oder die Musik sind zu höherem berufen. Doch wer sich solche Filme ansieht, dem wird das meist egal sein, als ausgenommen brutaler, niederträchtiger Folterstreifen ist "Oxen Split Torturing" ein Urgestein des Sickofilms.
Fazit: Wer diesen Vorzeige-Exploiter auf die brutale Gewalt reduziert, tut dem nur bedingt Unrecht, als Folterfilm muss er wohl jedoch immer noch als so etwas wie Referenz angesehen werden. 8/10 Punkten