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Wahrlich - wenn es ein Film verdient hat, gemäß nach §131 StGB beschlagnahmt zu werden, dann ist es "Oxen Split Torturing". Denn was hier an menschenverachtenden Gewaltszenen geboten wird, ist in grafischer Darstellung kaum zu überbieten und unter dem Deckmantel einer "Story" wird gute 80 Minuten lang die "Schmerzgrenze" neu definiert.

Einleitend zu glockenspielartigen Klängen werden die Stab- und Darstellerangaben mit Bildern von Krieg, Tod und Zerstörung unterlegt. " "Die Schwachen fallen den Starken zum Opfer", besagt ein Menschheits-Gesetz" - mit diesen Worten beginnt der Film, in deutsch lautend: Die Freude an der Folter 2 - Oxen Split Torturing.

Was dann kommt, ist ein kleiner Vorgeschmack dessen, was einem im Film erwartet: ohne Pause werden vielfältige und grausame Bestrafungen gezeigt, wie sie damals wohl üblich waren. Der eigentliche Film splittet sich in zwei Kurzgeschichten aus der frühen Zeit Japans - wo die Tokugawa grausam herrschten - auf, die aber belanglos und Rahmen für die unzähligen Gewaltdarstellungen sind.

In der ersten Geschichte geht es um die Christenverfolgung. Ein junger Mann wird von einer Schlange gebissen und droht noch im Flussbett seiner Vergiftung zu erliegen. Eine zufällig vorbeikommende Frau öffnet die Wunde mit einem Messer und saugt ihm das Gift aus den Adern; der Mann ist dankbar und verliebt sich in die Frau. Was sie nicht weiß: er ist Gehilfe eines der grausamsten Christenverfolger - was er nicht weiß: sie und ihre Familie sind Christen...

Die zweite Geschichte handelt von einem Zechpreller, der sich bisher immer erfolgreich durchs Leben geschnorrt hat. Als er jedoch nach einem Bordellbesuch nicht zahlen kann, muss er seine Schulden durch niedrigste Arbeiten begleichen. Dabei verliebt er sich in eine Prostituierte. Die beiden fliehen aus dem Puff und verdienen sich ihr Geld mit Diebstählen, Morden und das gesamte Repertoire...doch auch irgendwann hat Hans das Glück verlassen!

Beide Episoden sind je ca. 35 Minuten lang. Natürlich ZU kurz um eine wirkliche Geschichte zu erzählen, zu kurz um Darsteller adäquat zu charakterisieren und ehrlich gesagt...wer braucht das?! Denn Hauptaugenmerk beider Storys sind eben die Effekte. Für das Jahr 1976, wo der Film entstand, sind diese schon ziemlich hart und bisweilen sogar ansprechend gestaltet. Ihre Wirkung verfehlen sie kaum: brandmarken, verstümmeln, auseinander reißen, kochen...der menschlichen Grausamkeit und Tötungsfreude wird hier keine Grenze gesetzt. Obendrauf noch ein paar "nette" Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen mit begleitender Folter - fertig ist das Gesellenstück in filmischer Perversion.

Denn ob Frau, Rentner oder Kind - wer "schuldig" ist stirbt. Da wird nicht lange überlegt. Gerade bei dem kleinen Mädchen oder der schwangeren Frau denkt man: "huiii...."; tja das Leben eines Menschen zählt hier nichts. Sicherlich auch einer der Gründe, warum der Film verboten wurde. Denn die ohnehin schon derben F/X werden mit dieser zynisch - menschenverachtenden Grundtendenz noch untermauert, so dass es einem bisweilen schon weh tut.

Die Darsteller kennt kein Schwein und daran wird sich auch nichts ändern. Denn einerseits scheiden diese meist schnell aus dem Leben und andererseits sind die darstellerischen Qualitäten auch nicht toll. "Kanonenfutter" eben. Einzigst der wahnsinnige Christenverfolger kann einem ein Lächeln seines Overactings wegen vielleicht abgewinnen; der Rest ist uninteressant.
Die zweite Geschichte mildert sich ob des typisch ätzenden japanischen Humors selber etwas ab.

Was bleibt ist sicherlich einer der niederträchtigsten Gewaltfilme neben manchem "Guinea Pig" Teil. Bisweilen sogar härter, da realistischer.

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