Spanien 1971 . Miguel ist ein armer junger Bursche , der in einem schäbigen Bungalow wohnt und in einer Groß-Fleischerei arbeitet . Er ist mit einem jüngeren Mädchen liiert , aber diese Beziehung wird geheimgehalten , da ihre betuchten Eltern wohl kaum begeistert wären . Na ja , jedenfalls bekommen sie in einer Nacht Streit mit einem Taxi-Fahrer , der so agressiv wird , dass Miguel ihn kurzerhand mit einem Stein niederschlägt . Am nächsten Morgen in der Zeitung lesen sie aber , dass er tot ist . Seine Freundin bedrängt ihn , zur Polizei zu gehen , sei ja schließlich Notwehr gewesen , aber Miguel hat echt keinen Bock auf Knast und erwürgt sie kurzerhand . Danach tauchen bei Miguel immer wieder Leute auf , die was spitzkriegen , und die sieht er sich auch gezwungen , zu erledigen . Die Leichen hackt er klein und entsorgt die Überreste am Arbeitsplatz (praktisch , dass er Fleischer ist) zu Wurst . Das wird jedoch nur angedeutet . Er lernt dann noch so einen schwul wirkenden Typen kennen , der ihn öftters mal auf ein Bier und ähnliches einlädt . Als der am Ende auch die Wahrheit über Miguel rauskriegt , ist der es aber leid und stellt sich der Polizei .
Ein Film der Missverständnisse . Wahrscheinlich hat ihn einfach kaum einer gesehen . Zunächst der Titel : der ist scheiße , denn der Film hat nix mit Kannibalismus zu tun . Mit Horror übrigens genausowenig , denn der Film ist definitiv ein Psychokrimi . Astro hat den Film wohl nur rausgebracht , weil ein einziger (!) Splattereffekt enthalten ist , der zufällig hart ausgefallen ist . Dem nörgelndem Schwiegervater von Miguel's Bruder saust nämlich eine Axt ins Gesicht . Ansonsten bietet "Cannibal Man" weder Action noch Spannung . Es wird die ganze Zeit nur Miguel's Alltag und die Beziehung zu der Schwuchtel (natürlich nur platonisch !) gezeigt , dass aber zum Glück mit guten Schauspielern . Mir gefällt der Film einigermaßen , weil er atmossphärisch dicht ist . Ausserdem geht die Figur des Miguel als Allegorie auf das trostlose Leben der kleinen Arbeiter unter der Diktatur Francos und die Anonymität der Großstadt klar .