Mit einer stimmigen Besetzung und einigen überzeugenden Landschaftsaufnahmen drehte Nick Lyon für RTL diesen im Rahmen seines Metiers durchaus funktionierenden Öko-Katastrophenthriller. Als Nordsee-Fan kann ich dem Film durchaus etwas abgewinnen und mancher Verriss, den man zu dem Streifen findet, klingt nach dem bekannten Deutschefilmehasser-Einerlei und es häufen sich Stichwörter wie Logiklöcher, ohne dass letztere benannt werden (was nicht heißt, dass ich diese hier ausschließen will, ab und zu stutzt man schon mal, aber tut man das bei amerikanischen Katastrophenfilmen nicht?). Wie dem auch sei - die Dynamik stimmt, trotz gut zweistündiger Dauer fährt sich der Film nicht fest - was nicht zuletzt dem an internationalen Produktionen orientierten Schritt liegt, einen jenseits der Legalität arbeitenden Großkonzern auch mal über Leichen gehen zu lassen. Im Umgang mit diesem Motiv zeigt sich auch die Widersprüchlichkeit, mit der deutsche Produktionen dieser Art kritisiert werden. Lässt man derartige thrillereigene Bestandteile wie die Gefahr auf Leben und Tod weg, wird ein Film als harmlos und langweilig eingeordnet, aber werden sie integriert, gilt das wiederum als übertrieben und unglaubwürdig, denn so etwas wie firmeneigene Killer gebe es hierzulande ja nicht. Bis auf CGI-Effekte, die in der Preisklasse überzeugender nicht umgesetzt werden konnten und die in einigen Jahrzehnten sicher wieder so etwas wie einen nostalgischen Charme darstellen mögen, gibt es keine wesentlichen Enttäuschungen, wobei es sicher möglich gewesen wäre, mehr regionale Eigenheiten Norddeutschlands einzufangen. Als Glaubwürdigkeits-Kritikpunkt möchte ich noch anmerken, dass es doch sehr nebulös erscheint, wie die Öko-Gruppe "United Green" es am Ende hinbekommt, am Bildschirm sämtliche Vorgänge um die Bohrplattform herum beobachten zu können. Sicher tauchen derartige Fragezeichen ab und zu auf, aber angesichts seiner Ausgangsbedingungen kann man "Bermuda-Dreieck Nordsee" als sympathische und handwerklich gekonnt umgesetzte Heimatproduktion ansehen, zwar ohne hohe künstlerische Ambitionen, jedoch auch ohne Peinlichkeiten umgesetzt.