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Schon der schrill-spaßige "Phallus in Wonderland" (1992) deutete an, dass hier der ambitionierte Trashfilm zuhause sein könnte. Und in der Tat scheint auch nur ein einzelner Gwar-Streifen mehr wert zu sein, als hunderte von billig produzierten Null-Euro-Sex-Trash-Machwerken vom nächsten Wühltisch. Als Refresh: Gwar sind eine Metalband, bei denen die Gedärme fliegen und die Kostüme ausschauen wie bei Motu, nach dem man ordentlich was aus der Pfeife geraucht hat. 

Dazu die Frage, wer schon eine richtige Handlung benötigt, wenn man geiles Anarcho-Chaos-TV haben kann? Zuerst geht es ins Gwar-TV-Studio, wo die halbe Redaktion niedergemetzelt wird und man in der Kochshow ein leckeres Gedärmesüppchen braut. Die Talkrunde ist entsprechend derb-geschmacklos und auch die Invasion der Supermutanten steht noch bevor...

Kurzum: "Skulhedface" ist brachial-skurriler Horrorspaß für erwachsene Zuschauer, der in einer Stunde mehr bietet als das Sammelsurium mancher Trashikonen in ihrer gesamten Karriere! Sets, Kostüme, Masken... Alles göttlich! Da verzieht man sogar diverse kleine Hänger, wobei das Finale einem "Braindead" von Peter Jackson in nichts nachtsteht, ja, sogar noch mehr Geschmacklosigkeiten in petto hat. Sebastian Bach ("Skid Row") und Jello Biafra ("Dead Kennedys") haben kleine Nebenrollen übernommen. 

Hier waren prinzipiell keine Stümper, sondern echte Könner am Werk, was man sowohl an der kompetenten Inszenierung als auch am flotten Tempo merkt. Fast ist der Film schon die Königsdisziplin unter den Gehirnzellenkillern! Und so stellt man sich den Weltuntergang tatsächlich vor: Außerirdische löffeln die Maden aus Gehirnen der Menschheit, wobei die Viecher schon längst intelligenter geworden sind als ihre Träger! Splatterkult trifft auf wüste Satire: Genauso muss das gehen! 

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