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Manchmal gibt es Filme, die durch ihre visuellen Reize es schaffen über die eigentlich recht dünne Story hinwegsehen zu lassen. Nicht jedermann kann sich damit zufrieden geben, vor allem die strengen Cineasten sind es, denen Story immer wichtiger zu sein scheint, als alles andere Details, egal wie genial sie doch letztendlich sind. Ich persönlich kann mich, wenn ich von vorn herein weiß, was mich erwartet, durchaus von schicker Optik überzeugen lassen. Und "The Cell" ist eines der besten Beispiele dafür, wie höchst geniale Optik und teils großartige Ideen, eine dünne Geschichte vergessen lassen.

Die Story von "The Cell" ist zwar vom Gerüst her eigentlich ganz nett, doch in punkto Tiefgang und Logik mag sie nicht so recht überzeugen. Das Eindringen in die Gedanken von einem Serienmörder, um herauszufinden wo er sein letztes Opfer versteckt hat, hört sich zwar erst einmal klasse an, doch beim Betrachten des Films gibt es immer wieder Stellen und Szenen, wo man nicht so ganz den Sinn hinter dem Treiben erkennt, bzw. sich fragt, wie J. Lopez Charaktere Catherine überhaupt etwas Sinnvolles bei dem ganzen Wirr Warr herausfinden kann. Die Auflösung ist dann zudem recht billig geraten. Aber nun gut.

Eigentlich ist die Geschichte aber eh nur der Aufhänger für die visuelle Pracht des Streifens. Denn was die Optik und alles was mit ihr verbunden ist angeht, verdient der Film eigentlich ein Gütezeichen der Klasse A! Unglaublich und eigentlich unbeschreiblich welche Pracht, und welches Feingefühl in den prunkvollen Bildern steckt, die einem nahezu die kompletten 105 Minuten vor die Glotzer kommt. Die Gedankenwelten von Massenmörder Carl sind aufregend, beeindruckend, spannend und genial zugleich. Vor allem die Szene in der Carl eine Treppe herunterwandelt und dabei zwei, an seinem Rücken festgehackte, meterlange Wandtücher mit sich zieht, ist unglaublich beeindruckend und lässt einen lange nicht mehr los. Und auch sonst sind die farblichen Spielereien, die bildlichen Skurrilitäten, ja eigentlich wirklich jede schräge, visuelle Idee, die in diesem Film steckt, ein ganz besonderer Augenschmaus, dem man sich, trotz aller Ungereimtheiten, nicht entziehen kann.

Zu den visuellen Reizen kommt dann noch ein geniale Soundkulisse hinzu, die einem auch noch etwas für die Ohren bietet. Denn was wäre das Visuelle, ohne das Akustische? In diesem Fall wäre es sicher immer noch viel wert, aber mit der hier gebotenen Akustik macht es natürlich gleich doppelt so viel Spaß zuzuschauen!

In Punkto Schauspielerleistung gibt es nicht viel zu erwähnen. Durch die gegebenen, nicht sonderlich schwer darzustellenden Charaktere, kann man mit den Leistungen von JeLo, Vincent D'Onofrio, Vince Vaughn und allen anderen durchaus zufrieden sein.

Fazit: Ein optisches Festival der Extraklasse, dass die dünne Story schnell vergessen läßt, und durch viele geniale, skurrile und teilweise wirklich bombastische Ideen schnell die Herzen vieler Filmfans gewinnt, die nicht immer unbedingt auf eine knüppeldicke Story klopfen. Wer sich an höchst ausgefeilter Optik, genialer Maske, großartigen Kostümen und an wirklich tollen Special Effekts erfreuen kann und es dadurch schafft die Story mal links liegen zu lassen, der wird mit "The Cell" wirklich bestens bedient!

Wertung: 7,5+/10

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