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Die wahrscheinlich bekanntesten Nahtod-Erfahrungen lieferte Joel Schumacher mit seinem „Flatliners“, der aus medizinischer Sicht zwar Quatsch ist, jedoch interessante Fakten zu den Themen Schuld und Sühne mitbrachte. „Ghostmaker“ bringt eine ähnliche Prämisse mit und setzt dabei auf einen ominösen Sarg mit Mechanik und Spieluhr aus dem Mittelalter, was ebenfalls Quatsch ist, doch die straighte Entwicklung der Geschichte fördert zumindest lockere Unterhaltung zutage.

Kyle hat es im Moment nicht leicht: Drogenprobleme, finanzielle Schwierigkeiten und dann auch noch Stress mit Freundin Julie. Als er über Umwege an den merkwürdigen Sarg eines Alchimisten gerät, probieren er, sein querschnittsgelähmter Freund Sutton und Platt den Sarg aus und erleben für eine kurze Zeitspanne eine Nahtod-Erfahrung, indem sie eine Geistergestalt annehmen, Materie überwinden können und für andere unsichtbar sind. Doch schon bald wird der Sarg für kriminelle Machenschaften genutzt…

Im Grunde ist unser Held ein typischer Loser auf dem absteigenden Ast, obgleich er den Sarg gewinnbringend verkaufen könnte. Stattdessen experimentiert er ohne nähere Hintergrundinformationen zunächst mit einem Goldfisch, kurz darauf legt er sich selbst in den Sarg und geistert sprichwörtlich neben seinen Freunden umher. Dass Sutton hingegen eher düstere Absichten verfolgt, offenbart schon recht früh sein Interesse an Julie, was sich im Folgenden erahnbarerweise zuspitzt.

Die Tricks sind indes recht naiv und leicht trashig ausgefallen, wenn die Typen bläulich schimmernd durch die Gegend laufen. Das Überwinden von Wänden sieht hingegen okay aus und diverse Sichtweisen vermeintlicher Opfer sind durchaus gelungen und phasenweise spannend zu verfolgen, als unsichtbare Hände Schubladen öffnen, Bilder runterschmeißen oder gar Messer werfen. Zwischenzeitlich kündigt sich allerdings der Tod an, denn wer mit dem Feuer spielt, erhält konsequenterweise irgendwann die Quittung in Form einer dunklen Gestalt mit Uhrwerk als Auge.

Regisseur Mauro Borrelli steigert sich zu seinem mauen Vorgänger „Haunted Forest“ recht deutlich, da er im Kern nicht allzu viel abkupfert, recht passable Mimen leitet und den Spaß kurzweilig gestaltet. Dazu benötigt es nur wenig Blutvergießen, ein paar kleine Tricks am Rande und einen soliden dramaturgischen Faden, der allenfalls beim Showdown auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses etwas mehr Drive hätte vertragen können.
Harmlose, jedoch unterhaltsame Mischung ohne Tiefe, mit interessanten Figuren und einer effektiven Grundidee, - reicht zumindest für eine Sichtung in beschaulicher Runde, da er sich immerhin deutlich von der breiten Masse abhebt, die derzeit so im Folter, Vampir und Slasher Bereich vorherrscht.
6,5 von 10

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