Mit „Martial Law II – Undercover“ geht die Serie der Regisseure/Produzenten Steve Cohen, Kurt Anderson und Pierre David in die zweite Runde.
Ein paar Gangster wollen gerade ein Waffengeschäft durchziehen, als ein Betrunkener ihre Ruhe stört. Doch ehe sie sich versehen, stellt sich dieser als der ausgesprochen nüchterne Cop Sean Thompson (Jeff Wincott) raus, der zusammen mit seiner Partnerin und Freundin Billie Blake (Cynthia Rothrock) die Belegschaft der Gangsterbanden weich klopft – und damit fertig ist bevor die Verstärkung auftaucht. Der Beginn des Films läuft zwar nach Schema F ab, aber bietet einige sehr gute Martial Arts Einlagen.
Doch das Paar wird ein wenig auseinandergerissen, da man Sean zu einem anderen Dezernat versetzt. Hier trifft er seinen alten Freund Danny Borelli (Charles Taylor) wieder, der jedoch ohne Wissen seiner Vorgesetzten gegen den kriminellen Nachtclubbesitzer Spencer Hamilton (Paul Johansson) ermittelt. Das wird ihm zum Verhängnis: Er wird nach einem inszenierten Unfall tot aufgefunden. Man merkt schnell, dass der Plot von „Martial Law II“ keine großen Überraschungen bietet, aber dafür wird er sehr flott vom Leder gezogen.
Da Dannys Todesursache festzustehen scheint, beginnt Sean im Alleingang zu ermitteln, weil er nicht an einen Unfall glaubt. Da er jedoch im Club Syntax, dem Revier der Gangster, für Aufruhr sorgt, kann er nicht mehr wirklich weiterermitteln. Er bittet Billie um Hilfe, die sich als Barkeeperin einschleicht, während sie eigentlich Urlaub vom Polizeidienst hat. Die beiden kommen den Drahtziehern auf die Schliche, doch diese sind skrupellos...
Um es gleich von Anfang an zu sagen: Die Geschichte des Films ist absoluter B-Actionstandard, weshalb es einfach nicht zur Genreperle reicht. Hier waren andere Filme der Beteiligten wie z.B. Andersons „Head Hunter“ oder Cohens „Tough and Deadly“ doch noch spritziger und zeigten etwas frischere Plots. Doch man kann sich hier nicht wirklich beschweren, denn Anderson hat den Film tadellos inszeniert, was ihn als einen erfahrenen B-Actionregisseur auszeichnet.
Ansonsten wird die Geschichte ziemlich temporeich abgespult, so dass es keine Längen gibt und sogar ein halbwegs solides Maß an Spannung aufkommt. Sicherlich kann man einige der Wendungen recht schnell voraussagen und die Motive der Schurken bleiben nebulös (sind halt böse und wollen mehr Macht; mehr braucht man wohl nicht zu wissen), aber dies schreckt nicht wirklich ab, sondern verhindert einfach nur, dass ein mehr als „nur“ guter B-Actionreißer entstanden ist.
An Action gibt es u.a. ein paar Schießereien und einige wenige Stunts, die aber nur einen kleinen Teil der Action ausmachen. Beides ist aber recht gut inszeniert und macht Laune, ist aber nicht die Hauptattraktion. Dies sind ganz klar die zahlreichen Fights, die „Martial Law II“ in die obere B-Actionliga katapultieren. Die Kämpfe werden mit guter Regelmäßigkeit in den Film gestreut, so dass man nie zu lange auf die nächste Keilerei warten muss und sind zudem sehr spektakulär. Choreographie wie Inszenierung der Fights ist auf sehr gutem B-Niveau, so dass Genrefans ihre helle Freude haben - allerdings in erster Linie in der ungekürzten Fassung.
Jeff Wincott und Cynthia Rothrock agieren als solides Hauptdarstellergespann und können ganz gut überzeugen (für B-Verhältnisse). Die Fieslinge sind sogar noch etwas besser, darunter auch bekannte Gesichter aus dem Kreis um Kurt Anderson und Co. (z.B. Evan Lurie oder Leo Lee), die man schon in anderen Filmen der beteiligten gesehen hat. Billy Drago ist bloß solide, aber hat eine recht kleine Rolle und die restlichen Darsteller agieren alles in allem auch OK.
„Martial Law II“ ist ein ziemlich guter Vertreter des B-Actiongenres, bei dem vor allem die harten Fights die 08/15-Story vergessen machen.