Am Anfang stand „Die Mumie“ und seither gibt es jede Menge Spin offs, die es aufgrund des limitierten Budgets natürlich nicht bis ins Kino schafften, als pure Abenteuer-Action jedoch locker für anspruchslose Berieslung funktionierten. Auch der dritte Teil aus der Reihe „Scorpion King“ reiht sich in dieses Gefolge ein: Reichlich hirnlos, wenig originell, aber kunterbunt und vor allem sympathisch.
Der Akkader Mathayus (Victor Webster) wird von König Horus (Ron Perlman) ausgesandt, seinem finsteren Bruder Talus (Billy Zane) Einhalt zu gebieten, der mithilfe von Plünderungen und Raubzügen das legendäre Buch der Toten an sich bringen will. Gemeinsam mit dem Teutonen Olaf zieht er in die Schlacht und sieht sich schon bald nicht nur Verschwörungen, sondern auch Geisterkriegern gegenüber…
Das alte Ägypten wurde mal eben nach Thailand verlegt, was der Kulisse im Allgemeinen nicht unbedingt schadet, eine genaue Lokalisierung des Geschehens jedoch nahezu unmöglich macht. Ohne auch nur einen Hauch der Vorgeschichte zu kennen, durchschaut man rasch die Konstellation zwischen Gut und Böse, Feinden und Verbündeten, denn Schwarzweiß-Malerei gehört zu der Geschichte genauso dazu, wie schlichte Gemüter, die mit ein paar markigen Sprüchen das hormongesteuerte Treiben ein wenig aufzulockern versuchen.
Und da lassen die ersten Fights nicht lange auf sich warten, es kommt zur Erstürmung einer Festung, einem leicht bizarren Kampf gegen Ninjas, hin und wieder fliegt etwas in die Luft oder fängt Feuer und bei alledem wird das Erzähltempo konstant hoch gehalten.
Gegen die Ausstattung ist kaum etwas einzuwenden, sogar Elefanten werden in die Auseinandersetzungen eingebaut, lediglich der Anblick einer CGI-Wüste lässt für einen Moment zusammenzucken. Die Kostüme sehen zwar solide aus, sind teilweise aber etwas falsch ausgewählt, da einige erst ein paar Jahrhunderte später in Mode kamen oder in anderen Regionen viel aktueller waren. Auch der Score müht sich durch die Bank, den Eindruck eines opulenten Schlachtfestes zu untermauern, was im Endeffekt recht passabel klingt.
Nur erinnert die schlichte Story am Ende an nichts anderes, als eine aufgeblasene Folge von „Hercules“ und Konsorten, denn das Treiben gerät, trotz aller bemühter Twists und hinterlistiger Fallen, äußerst vorhersehbar und damit über weite Teile auch eher ideenarm.
Der Sympathiefaktor einiger Figuren vermag diesen Aspekt jedoch weitgehend zu kaschieren, besonders der teutonische Germane Olaf hat was von Obelix und fordert den zunächst verspotteten Mathayus anfangs zu einigen Prügeleien heraus, bis die ungleichen Krieger ein nettes Buddy-Gespann ausmachen.
Darstellerische Akzente setzt demgegenüber Perlman mit viel Charisma in seinen nur wenigen Momenten, während Billy Zane oft ins Comichafte abdriftet, was jedoch gut zur überzeichneten Bösewicht-Figur passt.
Victor Webster schlägt sich ordentlich als eher wortkarger Held, nur die Figuren der Damen bleiben durch die Bank blass, da sie lediglich als kleine Eye-Candys dienen.
Es geht also mal wieder um Kompetenzgerangel, um Verschwörungen und geheime Verbindungen im alten Ägypten, Thailand oder sonst wo. Zwar bietet die Mehrzahl der Kämpfe keine sonderlich differenzierte Choreographie, doch es ist genug Romms-Bomms dahinter, während stets Bewegung im Spiel ist und ruhige Momente dankenswerterweise außen vor gelassen werden.
Etwas Neues bietet die Geschichte zwar nicht, doch für den Hausgebrauch und für die schlichte Berieselung beim Kamp mit Schwert, Elefant, Keule oder Handkante ist auf jeden Fall gute Laune angesagt, - etwaige Logiklücken oder gar eine mangelnde Kontinuität zu vorherigen Ausgaben vom „Scorpion King“ klammern wir da einfach mal aus…
6,5 von 10