Christian Slater ist wahrlich tief gesunken. Einst begann er eine viel versprechend Karriere mit Erfolgsfilmen wie „Name der Rose“ bis er spätestens mit der üblen Verfilmung von „Alone in the Dark“ auf dem absteigenden Ast landete. Wenn er nun neben einem wie Wes Bentley, dem bislang ebenfalls größere Rollen versagt blieben einen traumatisierten Redneck spielen muss, kann er einem schon fast leid tun.
Anthropologiestudent Nathan will mit seinem Professor (Stephen Dorff) und einigen Kommilitonen ein altes Indianerritual auf einem verlassenen Farmgelände praktizieren, doch der rachsüchtige Delgardo (Slater) und Benny (Wes Bentley), ein Nerd im dauerhaften Drogenwahn, bereiten den jungen Leuten einige Schwierigkeiten…
Mal wieder geht ein Regiedebüt reichlich nach hinten los, weil W. Peter Iliff keinen wirklichen Fokus findet. Der Stoff ist am ehestem dem Genre des Slashers zuzuordnen, doch bis überhaupt etwas in diese Richtung geschieht, werden einige Subplots aufgegriffen, die fast alle im Sande verlaufen.
Das partysüchtige Volk ist durchweg mit Saufen und Konsumieren leichter Drogen beschäftigt, dazwischen trifft ein Student unverhofft auf das Webcam-Girl seiner Träume, eine andere Studentin hat die Schuld an einem tödlichen Autounfall zu verarbeiten, während Benny unter dem Einfluss des hochgiftigen Steckapfels seine indianische Braut sucht. Leider erfährt keiner dieser Handlungsstränge eine Pointe, noch wird ein deutlicher Sympathieträger hervorgebracht, selbst der potentielle Held Nathan agiert zu sehr im Hintergrund.
Bis es erstmals ein wenig spannend zugeht, sind bereits dreißig Minuten vergangen, als eine Hatz durch leerstehende Gewächshäuser zumindest ein wenig Atmosphäre aufkommen lässt.
Auch ein Zweikampf mit einstürzendem Dach oder die Flucht vor Gewehrkugeln sind noch okay in Szene gesetzt, doch selbst der einigermaßen temporeiche Showdown kann nicht verschleiern, dass die Geschichte bis dato zu fahrig erzählt ist, um im letzten Akt erhöhtes Interesse für die Figuren aufkommen zu lassen.
Auch Freunde herber Gewaltszenen schauen komplett in die Röhre, da die meisten Einlagen im Halbdunkel oder direkt im Off stattfinden und im Endeffekt nur angedeutete Einschüsse bleiben. Fans nackter Haut bekommen zwischenzeitlich zwar ein paar Bikini-Girls serviert, doch ans Eingemachte geht man auch in diesem Bereich nicht.
Was bleibt, sind feiernde Studenten, massiver Drogenkonsum (mit Egosichtweise nach selbigem), drei halbwegs erfahrene Mimen die ordentlich performen und ein Haufen junger Darsteller die kaum auffallen, ein unmerklicher Score, austauschbare Schauplätze und eine Dramaturgie, welche arg zu wünschen übrig lässt.
„Rites of Passage“, - ein Titel der sich auf die Rituale amerikanischer Ureinwohner bezieht, wenn ein Junge die Schwelle des Erwachsenwerdens überschreitet. Davon hätten sich die Macher mal eine Scheibe abschneiden sollen…
3,5 von 10