600 KILO PURES GOLD oder Die Essenz des klassischen Abenteuerfilms!
Gold, kernige Männer, Frauen, die sich dreckig machen und ein Dschungel mit Gefahren – mehr Zutaten brauchte man früher nicht, um einen anständigen Abenteuerfilm ins Kino zu hieven und die Massen anzulocken.
Abenteuerfilme waren mal hoch im Kurs und ließen die Kinokassen klingeln.
Doch in Hightech-Zeiten sind diese „altmodischen“ Filme nicht mehr zeitgemäß und massentauglich. In jüngster Vergangenheit hat man mit BLOOD DIAMOND gerade noch einen Streifen geschaffen, der den Geist vergangener Tage atmet. Doch ich mache mir da nichts vor, der typische Mainstreamer ist eher mit computergenerierten Kampfrobotern ins Kino zu bringen als mit verschwitzten Männern und Frauen, die sich durch feuchtes Dickicht quälen.
Hin und wieder wagt es ein Regisseur, ein wenig „altmodisch“ zu sein und schenkt der kleinen und fast vergessenen Fangroup solcher Filme ein kleines Trostpflaster.
600 KILO PURES GOLD erweist sich hierbei buchstäblich als goldener Glücksfall!
Die benötigten Zutaten sind stimmig und nichts wird ausufernd hektisch – dabei bleibt die Spannung auf einem konstant hohen Level.
Die Schauspieler ackern sich wirklich durch den Dschungel. Die Authentizität siegt gegenüber den teuren Rechenknechten der CGI-Abteilung. Alles wirkt echt, wirkt schmutzig und wirkt fühlbar. Fast schon glaubt man beim Zusehen, das nervige Summen der Moskitos im Wohnzimmer real zu haben.
Die Figuren selbst sind genauso stereotyp wie zur Blütezeit des Abenteuerfilms. Auch ist der Handlungsstrang punktgenau so konstruiert wie in den vergangenen Tagen. Gerade diese schlichte Struktur macht den Charme des guten Abenteuerfilms aus.
Bei Filmen wie 600 KILO PURES GOLD klingeln eben keine Kinokassen mehr, doch es hüpft das Herz des geneigten Fans vor Freude!
Unterm Strich kann ich den Film jedem empfehlen, der es im Kino auch mal ruhiger und bodenständiger mag. Hier entfaltet der vorliegende Film seine einfache Kraft und Faszination – weniger ist manchmal eben doch mehr.