Review

Staffel 1

"Ein Kuss von Herzen überwindet jeden Fluch."

An dem Tag der Hochzeit von Snow White (Ginnifer Goodwin) und Prinz James (Josh Dallas) kündigt die böse Königin (Lana Parrilla) einen Fluch an, der sie an einen schrecklichen Ort ohne Happy End bringen soll. Einige Zeit später ist die schwangere Snow White besorgt über diesen Fluch. Das Paar sucht in den Kerkern den Rat von Rumpelstilzchen. Dieser bestätigt den Fluch, prophezeit aber, dass ihre noch ungeborenes Tochter am Tage ihres 28. Geburtstages zurückkehren und sie alle retten werde.
Emma Swan (Jennifer Morrison) steht mitten im Leben, führt aber ein einsames Dasein. An ihrem 28. Geburtstag bekommt sie Besuch von ihrem zehnjährigen Sohn Henry (Jared S. Gilmore), den sie zur Adoption freigegeben hatte. Nicht gewillt, eine Beziehung zu ihm aufzubauen, fährt sie ihn zurück zu seiner Adoptivmutter Regina Mills (Lana Parrilla) in Storybrooke. Auf der Fahrt erzählt ihr Henry, dass er glaubt, sämtliche Bewohner von Storybrooke seien Märchenfiguren, haben aber keine Erinnerung an ihr früheres Dasein. Emma bleibt skeptisch. Henry's Bemerkung, sie sei diejenige die den Fluch brechen werde und die zunehmende Fürsorge zu Henry veranlassen sie jedoch, sich vorübergehend in Storybrook niederzulassen.

Märchen sind in, was man an "Snow White and the Huntsman" und "Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" gesehen hat. Gerade Neuinterpretationen werden gerne vom Publikum angenommen.
Die Serie "Once Upon a Time - Es war einmal…" mischt Märchen und Märchenfiguren mit der realen Welt und wandelt dadurch in neuen und erwachseneren Pfaden. Denn ganz so einfach haben es die sympathischen, kauzigen und durch und durch bösen Figuren nicht in unserer Welt.

"Once Upon a Time" konzentriert sich nicht nur auf ein Märchen, sondern vermischt viele verschiedene miteinander. Überwiegend erhält Schneewittchen das Wort, abseits von dieser Geschichte enthält die Serie aber auch Elemente aus Rotkäppchen, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel, die Schöne und das Biest, Aladin sowie anderen mehr oder minder bekannten Märchen.
Die Märchenszenen sind mal kunterbunt, mal mittelalterlich düster gehalten und spielen in der Vergangenheit, verweisen aber immer zu gerade stattfindenen Ereignissen in der realen Welt. Dadurch erhält die Erzählweise eine leicht fordernde Struktur.

Thematisch ist die Serie anspruchsvoll. Sie behandelt einseitige Liebe, familiäre Pflichten, Selbstfindung, Verantwortung und Verlust in einer intriganten durchgängigen Geschichte. Obwohl "Once Upon a Time" dadurch sehr vielseitig und wendungsreich ist, sind richtige Überraschungen dennoch selten.
Die Stimmung ist mal abenteuerlich, mal melodramatisch-romantisch. Am atmosphärischten werden die Episoden aber dann, wenn sie eine emotionale Komponente fokussieren.

Der Ehrgeiz von "Once Upon a Time" ist beeindruckend. Die Folgen geraten allerdings, trotz dem Versuch nah an der Realität zu bleiben, oftmals schnulzig, kitschig oder langwierig. Manche Episoden lassen die sich durchziehende Handlung auf der Stelle treten. Der Versuch einen Charakter in einer Episode zu fokussieren ist zwar gelungen, jedoch nicht alle passen in das Gesamtkonstrukt hinein oder fallen allzu schnell durch ihr Ableben oder Vernachlässigung heraus.

Die Kostüme, Ausstattung und Effekte ergeben eine interessante Atmosphäre, die digitalen Kulisse wirken aber übertrieben künstlich. Hier wandelt die Serie noch auf den Pfaden der 90er Jahre.
Manche Darsteller wirken gerade zu Beginn noch etwas unbeholfen. Ginnifer Goodwin ("Walk the Line") sowie Josh Dallas brauchen eine Weile, um mit ihren gewichtigen Rollen zurecht zu kommen. Da harmonieren Jennifer Morrison ("Warrior", "Dr. House") und Jared S. Gilmore zunächst schon etwas besser. Lana Parrilla und Robert Carlyle ("28 Weeks Later") dagegen profilieren sich von Beginn durch ihre sehr dankbaren Verkörperungen der sehr grauen Gegenspieler.

Nach einem flotten Auftakt folgt recht schnelle Ernüchterung. Einige Folgen der ersten Staffel von "Once Upon a Time" ziehen sich ganz schön in die Länge und vermitteln nicht die abenteuerliche Stimmung, die sie präsentieren. Meist mangelt es ihnen in der technischen Richtung. Kamera und Schnittechnik erweisen sich als zu abrupt oder unbeholfen, digitale Effekte wirken angestaubt. Die Serie funktioniert eher auf ihren melancholischen und emotionalen Pfaden, dann sogar richtig gut. Selbst das Staffelfinale zeigt in Ansätzen, wie man Märchen mit einem Happy End und einem eher zweischneidigen Schluss eines Dramas verbindet, wäre da nicht das überaus offene Ende gewesen.

7 / 10

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