Review

Staffel 2

"Magie hat immer ihren Preis."

Die zweite Staffel von "Once Upon a Time - Es war einmal…" verfolgt das bereits aufgebaute Konzept weiter. Erneut behandelt die Serie mehrere Märchen und Märchenfiguren und verknüpft sie mit Beziehungs- und Existenzproblemen der realen Welt.
Eine Bonusepisode fasst die Ereignisse der ersten Staffel zunächst zusammen. Dies ist überaus hilfreich, um sich der wichtigsten Stationen zu erinnern. Selbst Neueinsteiger bekommen hier einen groben Überblick, auch wenn zahlreiche Details und Beziehungsgeflechte fehlen. Der Beginn der zweiten Staffel erfolgt daraufhin nahtlos an das offene Ende der ersten.

Nach einem flotten Einstieg teilt sich die Erzählstruktur in 3 Handlungsstränge in dem ersten Drittel der Episoden auf. Es bleiben die Sprünge zwischen realer Welt in der Gegenwart und Märchenwelt in der Vergangenheit. Neu hinzu kommt handlungsbedingt ein Handlungsstrang, der auch die Ereignisse der Märchenwelt in der Gegenwart erzählt. Dadurch wird "Once Upon a Time - Es war einmal…" noch einen Tick komplexer, allerdings nach wie vor nicht unübersichtlich.
In der Mitte der zweiten Staffel befasst sich "Once Upon a Time - Es war einmal…" dann wieder nur mit 2 Handlungssträngen. Die Aufgabe des abenteuerlichen dritten lässt auch den Spannungsbogen ordentlich abfallen und den Fokus mehr auf die Figuren legen. Verhältnisse wie in einer Soap machen die Geschichte kitschig und klischeehaft. Selbst im letzten Drittel gelingt es der Serie nicht mehr die Spannung dauerhaft zu erhöhen und sie mündet schließlich erneut in einem offenen Ende.

Die Stärken der Serie liegen weiterhin auf der Handlung und der Dynamik zwischen den Charakteren, bei denen es Neuzugänge, wie Captain Hook, Mulan und selbst Victor Frankenstein, gibt. Auf eine klassische Gut- und Böse-Zeichnung verzichtet auch die zweite Staffel fast völlig. Jede Figur hat ihre Ambitionen und bleibt nachvollziehbar. Nur wenn die Logik löchrig wird, werden auch die Handlungen der Figuren etwas arg auf das Vorankommen der Geschichte fokussiert, was nicht harmonisch wirkt. Dies passiert in der zweiten Staffel leider häufiger als noch in der vorherigen.

Trotz bunter Magie ist die Märchenwelt diesmal weit weniger farbig, stattdessen fast nur noch im mittelalterlich düsteren Look gehalten.
Ärgerlich dabei ist, dass sich die Effekte nicht weiterentwickelt haben. Noch immer sind die künstlich erschaffenen Kulissen leblos und heben die Schauspieler wie Fremdkörper hervor. Die Kreaturen sind hölzern und detailarm animiert. Dies beeinträchtigt die Atmosphäre ordentlich.
Auch bei den wenigen eingestreuten Kampfchoreografien tut sich "Once Upon a Time - Es war einmal…" sich recht schwer. Die Kämpfe heben sich nicht von vergleichbaren Produktionen hervor und sind Dank eines verwackelten Kamerastils schwer überschaubar.

Die Darsteller wirken etwas eingespielter, entwickeln sich allerdings nicht weiter. Lana Parrilla und Robert Carlyle ("28 Weeks Later") dominieren nach wie vor mit einer sehr variablen Performance ihrer sehr ambivalenten Figuren. Auch Ginnifer Goodwin und Jennifer Morrison ("Warrior") harmonieren mittlerweile erheblich besser. Die Performance der meisten anderen Schauspieler dagegen ist ein wenig generisch.
Mit Rose McGowan ("Planet Terror", "Conan") kommt zeitweise auch ein bekannteres Gesicht dazu.

Eine Weiterentwicklung ist bei der zweiten Staffel von "Once Upon a Time - Es war einmal…" nicht zu spüren. Eher das Gegenteil. Handlung und Charaktere sind noch immer der Fokus der ambitionierten Serie. Und tatsächlich funktioniert die Modernisierung der Märchenfiguren nach wie vor gut. Ärgerlich ist allerdings, dass Action und Effekte nicht auf einem aktuellen Niveau liegen. Und auch die zahlreichen Logiklöcher nehmen der Serie die akribisch aufgebaute Atmosphäre. Nach den ersten starken Episoden verliert sich die zweite Staffel in einem Intrigenkomplott, der ständig die Richtung wechselt und die Handlung nicht voran treibt. Dieser Zustand ermüdet mit der Zeit.

5 / 10

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