Review

Mal wieder wird ein prinzipiell harmloser Aufenthaltsort zum klaustrophobischen Kammerspiel umfunktioniert, denn besonders im ersten Vierteljahr dieses Jahres dürften Saunabesuche Hochkonjunktur gehabt haben.
Allerdings ist dieses Regiedebüt aus Georgien trotz weitgehend realistischer Umstände nicht allzu mitreißend ausgefallen.

Für Jenna, Renee, Ian und Michael sollte es ein entspannendes Wochenende in der nah am Ufer gelegenen Holzhütte werden, doch als sich drei von ihnen in der Sauna befinden, wird die Tür auf nicht ersichtliche Weise von außen blockiert. Die Zeit wird knapp, denn die Hitze steigt, der Sauerstoff schwindet und die Nerven liegen bald blank…

Rund zwanzig Minuten nimmt sich die Erzählung Zeit, die mehr oder minder interessanten Figuren einzuführen, wobei Jenna nach drei Jahren Trauer um ihren verunglückten Ex noch immer nicht ganz auf dem Damm ist und bei der eingeschlossenen Situation Erinnerungen an den damaligen Unfall wach werden.
Nachdem einer die Sauna vorzeitig verlässt und die drei übrigen bald merken, dass sie in dem 80 Grad warmen Raum festsitzen, steigt verständlicherweise Panik auf, da die Temperatur von außen geregelt wird, die Holzbalken zu massiv sind und das winzige Fenster allenfalls eine Option bietet, um kurzfristig an mehr Sauerstoff zu gelangen.

Leider wurde dem Treiben lediglich eine recht banale Nebenhandlung auf den Weg gegeben, in der es um Vorbereitungen für ein Feuerwerk geht. Hier hätte man ein wenig mehr Spannung aufbauen können, indem diverse „Dicht daneben ist auch vorbei“ – Situationen ins Spiel gekommen wären, doch die Szenerie, welche sich draußen abspielt, kreuzt den Fokus der Eingeschlossenen eigentlich nicht.

Indes performen die Darsteller recht solide und glaubwürdig, der zurückhaltende Score ist angemessen, nur Kamera und Schnitt hätten etwas variabler arbeiten können, um die prekäre Situation der drei adäquat zu untermauern. So hat man zu selten das Gefühl, dass die jungen Leute teilweise kurz vorm Ende sind, die Nerven völlig blank liegen und einige kurz vorm Dehydrieren stehen. Ein paar Charaktere mehr hätten der Handlung diesbezüglich ebenfalls gut getan.

Vielleicht ist es auch so, dass der Gedanke, über einige Stunden in einer Sauna eingeschlossen zu sein, mit einem minimalen Vorrat an Wasser und der Sicherheit, dass spätestens am nächsten Tag jemand erscheinen wird, nicht so extrem anmutet, wie etwa eine vergleichbare Situation in einem Sarg, einem Skilift oder ein Auto mit einem tollwütigen Hund in der Nähe.
Demgegenüber ist die Erzählung immerhin halbwegs authentisch ausgefallen, die Figuren fällen nur selten irrationale Entscheidungen, versuchen sie doch meistens mit Ruhe und genauen Überlegungen mit der Situation umzugehen.

Gegen Ende erfährt man schließlich den profanen Grund für die verrammelte Tür, der Überlebenskampf wird ordentlich ausgereizt, doch trotz der spürbaren Hitze will der Funke nie so recht überspringen, was möglicherweise am minimalem Umfeld und den wenigen Möglichkeiten der Protagonisten liegt.
Für Thriller-Fans in Sachen Klaustrophobie gewiss ein Blick wert, reine Horror-Freunde werden hingegen nur leidlich bedient.
5 von 10

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