Inhalt:
Eine Gruppe von Umweltschützern erforscht einen Fluss und kommt einem Umweltskandal auf die Schliche. Radioaktiver Müll wird dort entsorgt, was nicht ohne Nebenwirkungen bleibt. Ein riesiger, mutierter Alligator hat sich bei seiner Nahrungssuche auf Menschen spezialisiert, doch einige Appetithäppchen proben den Aufstand.
Kritik:
Von der Story her ist dieser Film nicht besonders ergiebig, denn die Geschichte von mutierten Riesentieren, die Rache an der Menschheit nehmen, wurde schon zur Genüge auf Zelluloid gebannt. Diese Hauptstory wurde hier noch mit einigen lückenfüllenden Nebenhandlungen verdünnt, wie dem Richter, der in einem Eingeborenendorf sämtliche Gewalten in sich vereint und durch seine dunkle Vergangenheit von einem Industriellen erpresst wird oder dem einsamen, sturen Jäger, der ganz verbissen (sowohl geistig als auch physisch, denn sein Körper wird von zahlreichen Bissnarben, die wir in einer ruhigen Minute zu Gesicht bekommen, verziert) darauf ist, dass Untier zu erledigen. Freundlicherweise wurde darauf verzichtet, uns eine klischeehafte Liebesgeschichte aufs Auge zu drücken.
Viel passiert in diesem Film wirklich nicht und durch die langen Dialoge, die sich des öfteren inhaltlich wiederholen bzw. nicht neues bringen, kommt an einigen Stellen Langeweile auf.
Dafür gibt das Drehbuch einige platte, aber dadurch unterhaltsame Gespräche her, wie in der Szene, in der der Jäger mit einem Umweltschützer auf Krokojagd geht und einen tollen Trick parat hat, wie er das Tier anlocken will. Jäger: "Ich habe keine Angst vor dir, du Miststück! Ich bin hier, Teufelsbraten!" - Umweltschützer:"Teufelsbtraten?" - Jäger: "Krokodile sind außerordentlich sensibel. Sie können es nicht leiden, wenn man sie beleidigt, dann werden sie erst so richtig böse!"
Die Effekte sind soweit in Ordnung, wenn man seine Ansprüche nicht zu hoch schraubt, aber das wird wohl niemand bei einer günstigen Produktion aus Italien machen. Das Krokodil an sich ist zwar deutlich als Gummiimitation zu erkennen (besonders in der Szene, in der sich Herr Foley einen Kampf mit dem Ding liefert und auf dessen Kopf einschlägt, der verdächtig nachgibt) und kann anscheinend nur sein Maul bewegen, während der Rest starr bleibt, wirkt aber beispielsweise im Vergleich zu dem Flussgott in "Der Fluss der Mörderkrokodile", der ebenfalls von X-Rated in der Reihe "Sag ja zu Tierhorror" erschienen ist, realistischer und bedrohlicher. Lustigerweise stemmt sich das Vieh bei einigen Auftritten so aus dem Wasser heraus, so als wenn es auf zwei Beinen steht, aber was solls...
Die Fressszenen sind auch in Ordnung, wobei sich einige zwar aufs im roten Wasser versinken beschränken, jedoch durch die Obduktion, die Rettung des Dorfkindes oder die Armamputation einige blutige Details ans Tageslicht treten.
Was gibts noch zu sagen? Die Musik ist augen-, äh, ohrenscheinlich sehr, sehr stark an das Thema aus dem Tierhorrorfilmklassiker mit dem großen hellen Rückenflossenfisch angelehnt (wenn man böse wäre, würde man von Diebstahl sprechen). Dieses dada daa daa, dada daa daa lässt aber seine eigentliche Herkunft nicht überhören.
Highlight des Streifens ist meiner Meinung nach die Szene, in der der erfahrene Jäger von seinem Boot auf das an diesem vorbeischwimmende Krokodil aufsteigt und mit einer Metallspitze auf das Tier einsticht und schließlich mit ihm unter Wasser verschwindet. Das sieht unglaublich komisch aus und hat bei mir für eine deftige Lachattacke (mit anschließendem Hustenanfall, da ich derzeit erkältet bin) gesorgt.
Gut gefällt mir auch die Szene, in der die Männer der Gruppe auf Krokojagd gehen und die Frage einer der Frauen, ob sie mitkommen sollen, mit einem abweisenden "Nein, wir brauchen euch nicht!" beantworten. Das erspart weibisches Rumgeschreie für den Rest des Films. Dafür gibt es männliches triumphierendes Siegesschreien, wie ich es übertriebener lange nicht mehr vernommen habe.
Das Ende will ich nicht preis geben, doch soviel sei gesagt: Der Song der Kassierer über einen Außenbordmotor wäre zum Schluss recht passend gewesen und das Abschlussbild kann man spätestens erahnen, als unsere Helden ein Gelege des Wasserbewohners sichten.
Alles in allem ist dies ein schwacher Vertreter der Tierhorrorfilme, da zu wenig geschieht, um den Zuschauer über die volle Lauflänge bei Laune zu halten.
3 von 10 Punkten