Es gibt sicherlich viele Filme, die mit ihrer eigenen Produktionsstätte Hollywood abrechnen wollen. Die zeigen wollen, wie rücksichtslos man vorgehen muß um an die Spitze zu kommen, wie gemein doch diese Welt der Schönen, Reichen und die die es werden wollen, ist. Aber keine dieser Filme, sei es jetzt Drama oder Komödie kommt nur im Entferntesten an die Brillianz und vor allem Härte dieser Serie heran.
Und vor allem die Härte und Kompromißlosigkeit unterscheidet die Serie von nahezu allen seiner Gattung. Der Charakter des zynischen Produzenten Peter, absolut überzeugend verkörpert von Jay Mohr, für sich, ist schon ein Schlag ins Gesicht jedes Moralapostels. In den 13 Folgen der ersten Staffel, und mehr wird es leider nicht geben, gibt er wirklich alles um seinem Film "Beverly Hills Gun Club" fertigzustellen.
Auch die restliche Besetzung ist erstklassig. Vor allem der duselige Drehbuchautor Raffkin, der sein Skript ständig den Wünschen Anderer anpassen muß und dabei verzweifelt versucht seine Integrität als Künstler zu bewahren; oder der wirklich sehr leicht einzuschüchternde Produktionsassistent Stuart, der für Peter immer als Sündenbock oder Sandsack herhalten muß, haben es mir angetan. Diese Beiden haben unter Peters Wutausbrüchen am meisten zu leiden. Und der schreckt wirklich vor nichts zurück um noch reicher zu werden.
Die Situationskomik der Serie ist wirklich einmalig. Es gibt nicht nur eine Szene, die aus welchem Grund auch immer witzig ist. Es sind auch sicherlich keine Gags im eigentlich Sinn. Der Humor entsteht dadurch, daß sich die Akteure selbst in die absurdesten Szenen hinein manövrieren und sich dabei beim Zuschauer, wegen der blitzschnellen Abfolge von Aktionen und Reaktionen, ein immer fetter werdendes Grinsen ansammelt bevor man ums Lachen nicht mehr herum kommt. Und da es die Serie mit ihren nur 13 Folgen nicht nötig hat, ein Konzept mehrfach auszubeuten und im Endeffekt nur noch Variationen bekannter Szenen bieten muß (wie DIE SIMPSONS oder EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE), birgt jede Folge neue, teilweise völlig abstruse aber irgendwie immer nachvollziehbare, Überraschungen.
(Fast) keine Gefühlsduselei, keine unnötiger Dialog - nichts, wirklich nichts, bis auf die lästige Werbung, kann den 25 Minuten einer Folge das Tempo rauben.
Moral? Wenn interessiert die schon. Poltical Correctness? Für'n Arsch. Deshalb war es den Zuschauern in Amerika wohl zu viel des Guten. Nach 8 von 13 Folgen wurde die Serie abgesetzt. Dabei war es das Beste was die Amerikaner in letzter Zeit produziert haben. Stattdessen rangiert der völlig langweilige Pseudo-Tabubruch "Sex in the City " ganz oben in den Charts.
Vielleicht hätte man die Brüste der verschiedenen Bodypart-Doubles für die zickige Hauptdarstellerin, deren größtes Problem es war, daß ihr Filmpartner beim gefakten Sex vor der Kamera keine Errektion bekam, doch nicht mit schwarzen Balken verdecken sollen. Versteh' doch einer die Amis.
Wie auch immer: Die Serie ist brilliant, und Pflichtprogramm für jeden, dem immernoch die harmlosen Comedy-Serien nach der erbärmlichen, unrealistischen und familienfreundlichen"Cosby"-Ära auf den Geist gehen.