Review

Ich kann nicht so ganz verstehen, warum viele „Sharky und seine Profis“ für Burt Reynolds’ besten Film halten, da er für mich ein bestenfalls durchschnittlicher Copkrimi ist.
Art Sharky (Burt Reynolds) ist Cop und soll als Käufer getarnt einen Drogendealer hochnehmen. Doch ein Kollege vermasselt das Ganze, worauf der Gangster flieht und in einem Bus Geiseln nimmt. Sharky stellt sich dem Verbrecher todesmutig, erschießt ihn in Notwehr, kann aber nicht verhindern, dass ein Zivilist zu Tode kommt. Damit beginnt der Film mit einer ganz netten Actionszene, die für die Zeit des Films recht aufwendig ist.
Sharky zieht aus dem Zwischenfall seine Konsequenzen und lässt sich ins Sittendezernat versetzen, auch wenn dies ein gewaltiger Abstieg auf der Karriereleiter bedeutet. Im Keller ist das Dezernat mit verdächtigen Prostituierten und Exhibitionisten überfüllt, von denen man aus Platzmangel diverse laufen lassen muss. Immerhin versteht sich Sharky recht schnell mit seinen Kollegen Papa (Brian Keith) und Arch (Bernie Casey) sowie seinem cholerischen Chef Friscoe (Charles Durning). Der typische Plot des harten Bullen, der in die miese Abteilung kommt, die sich dann aber doch besser als ihr Ruf herausstellt – bekannt, aber nett umgesetzt.

Kaum hat Sharky seinen Dienst angetreten, erschüttert ein brutaler Nuttenmord die Stadt. Zur gleichen Zeit fällt der Sitte eine Liste mit den Telefonnummern von Prostituierten in die Hände. Bei der Überprüfung stellt sich heraus, dass eine von ihnen mit einen Gouverneurskandidaten regelmäßige Schäferstündchen hat. Sharky überwacht sie und gerät dabei in eine Verschwörung hinein...
Irgendwie kann „Sharky und seine Profis“ absolut nichts neues bieten, vor allem aus heutiger Sicht betrachtet. Jedem Zuschauer ist klar, dass der Nuttenmord und der Politiker irgendwie in Verbindung stehen, auch wenn die Verbindung erst recht spät aufgedeckt wird. Die Story ist ansonsten ganz solides Genrewerk, aber die Spannung kommt nicht auf ein hohes Maß, da der Film zu viele Längen hat. Vor allem bei den Szenen mit Sharky und Domino hätte man einiges einsparen können, ohne wichtige Dinge in den Punkten Story und Charakterentwicklung zu verlieren.
Der Humor animiert gelegentlich zum Lächeln, aber der Film ist weitaus weniger komödiantisch als viele andere Werke von Burt Reynolds. Das Team aus den Profis bringt Würze und Abwechslung in den Plot, so dass man zumindest teilweise vergisst, dass die Geschichte ein ziemlicher Standardkrimi ist, die Logik teilweise etwas wackelig ist und man kaum Innovationen zu Gesicht bekommt.

Action gibt es nicht allzu viel: Ein paar Schießereien und Prügeleien, das war’s. Doch die Action ist für die Entstehungszeit ganz ordentlich inszeniert und kann auch ein paar halbwegs blutige Einschüsse bieten. Für den Schauwert hat man auch noch ein paar Karatekiller eingebaut, obwohl ansonsten kein anderer Fiesling Asiate ist, aber so werden die Kloppereien etwas aufwendiger.
Burt Reynolds agiert auf ordentlichem Niveau und bietet keinen Anlass zur Klage, ebenso wie seine Partnerin Rachel Ward. Henry Silva ist mal wieder ein charismatischer Fiesling, aber etwas zu psychopathisch. Die restlichen Darsteller, darunter auch Charles Durning, agieren allesamt ebenfalls recht überzeugend.

Wenig Action und eine Standardstory machen „Sharky und seine Profis“ nicht gerade zum Highlight, aber dank des abwechslungsreichen „Profi“-Teams und guter Machart gerade noch Durchschnitt.

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