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Alice arbeitet als Webdesignerin in einer Londoner Firma, zu Hause lebt sie mit ihrem Gefährten Jake. Eines Tages auf dem Weg zur Arbeit lernt sie zufällig den Fremden Adam kennen, einen berühmten Bergsteiger. Sie verfällt ihm sofort, folgt ihm zu seinem Haus und beide haben Sex miteinander. In den nächsten paar Tagen verfestigt sich ihre Beziehung, Alice macht Schluß mit ihrem Freund und heiratet Adam. Nach einiger Zeit muß sie allerdings feststellen, dass Adam eine finstere Vergangenheit hat. Alice fürchtet um ihr Leben...
Altbackene Story, schon tausendmal gesehen. Stimmt! Das beweißen auch das Publikum und die Kritiker, die von "Killig Me Softly" wenig begeistert waren. Trotzdem möchte ich mich der allgemeinen Buh-Welle, die den Film verfolgt, nicht so pauschal anschließen. Hinter dem recht oberflächlich wirkenden Film verbirgt sich nämlich ein recht brauchbarer Kern. Die Story ist zwar etwas in die Länge gezogen, wird aber eigentlich nie so wirklich langweilig - hier hat man eine recht brauchbare Zwischenlösung gefunden. Auch atmosphärisch ist der Film nicht oberste Güteklasse, aber dennoch ganz gut gelungen. Allerdings hätte man sich hier noch etwas mehr anstrengen können. Was etwas sehr abgedroschen und nervig wirkt, sind die manchmal mehr als platten Dialoge. Hier vermißt man den Tiefgang oder zumindest etwas Einfallsreichtum. Was die Darsteller manchmal für Sätze von sich geben, ist schon teilweise sehr ärgerlich. Insgesamt hätte der Film ein paar mehr frische Ideen verkraften können...auch hätte man auf die einzelnen Charaktere mehr eingehen sollen. Das Problem von "Killing Me Softly" ist klar seine Oberflächlichkeit und der fehlende Sinn für die kleinen aber wichtigen Details, und das bricht dem Film leider neben der fehlenden emotionalen Tiefe das Genick.
Bei den Schauspielern kann man geteilter Meinung sein. Heather Graham macht ihren Job halbwegs anständig - sie zeigt nebenbei bemerkt ziemlich viel Haut. Etwas enttäuschend ist Joseph Fiennes, der außer dem "Ich fress dich"-Psychoblick nichts drauf hat. Er spielt seine Rolle etwas gar zu monoton und halbherzig. Glänzen kann wie immer Natascha McElhone, eine Spitzen-Schauspielerin, die ihr Talent unter anderem auch in "Solaris" und "Ronin" bewies. Schade, dass ihre Rolle etwas zu kurz gekommen ist.
Alles in allem ist "Killing Me Softly" trotz etlicher Schwächen ein recht brauchbarer Film, der zwar nichts Neues bieten kann, aber dennoch immerhin kurzweilige Durchschnittsunterhaltung verkörpert. Etwas guten Willen und vorallem Interesse fürs Genre sollte man schon mitbringen, ansonsten wird man sich doch über die vergeudeten Minuten ärgern. Der Film ist sicher Geschmackssache, persönlich fand ich ihn weder besonders gut, noch besonders schlecht...aber durchaus ansehbar.

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