Madonna und Schauspielerei verhalten sich ungefähr so zu einander wie Daniel Küblböck und Gesang. Es ist kaum zum aushalten! Madonna mag noch so gute Musik machen, wenn es um das Darstellen von Figuren in Filmen geht, da ist sie meist zum Scheitern verurteilt. Trotzdem hat sie ihr Mann Guy Ritchie, das As das u.a. hinter Filmen wie "Snatch" steckt, für seine Südsee-Romanze "Stürmische Liebe" besetzt. Und dieses mal ist es nicht Madonna, die das Filmprojekt zum Scheitern bringt, denn die ist hier gar nicht so schlecht. Es sind andere Details.
"Swept Away" ist eine seichte Romanze, die sich auf einer einsamen Insel ergibt. Die reiche Amber (Madonna) und einer ihrer gepeinigten Bediensteten einer Schiffsreise, landen auf einer einsamen Insel. Und wie es halt so ist, verlieben sich die beiden ineinander. Denn wenn kein anderer Mensch vorhanden ist, dann kann man sich schon mal in einen Menschen verlieben, den man eigentlich nicht haben kann. Mehr Story gibt es nicht und mehr Story braucht es vielleicht auch nicht unbedingt, für solch einen Film. Doch was es definitiv gebraucht hätte, ist ein vernünftiges Drehbuch. Doch davon ist hier nichts zu spüren.
Denn das Drehbuch ist es vor allem, was das ganze Projekt zum scheitern bringt. Denn es ist so inhaltslos, wie Küblböcks Texte. Eigentlich sieht man Madonna und ihrem Mitstreiter bloß, viel zu viele Minuten, dabei zu, wie sie sich zanken, vertragen, lieb gewinnen, herumtollen und zum Schluss wieder auseinander gerissen werden. Es gibt wirklich keinerlei Abenteuerliches oder Spannendes zu entdecken. Und das ist dann, nach nur wenigen Minuten, so etwas von Sterbenslangweilig, dass man sich allmählich fragt, ob man nicht doch lieber auf den Ausschalter der Fernseh-Fernbedienung drücken und mit der eigenen Freundin (sofern vorhanden) herumknutschen sollte, den da hat man sicherlich mehr davon.
Dazu kommt dann noch das mehr als enttäuschendes Ende. Zwar ist es durchaus begrüßenswert, dass es hier nicht das 08/15-Standard-Happyend zu sehen gibt, welches man ja schon in x Liebesfilmen zu Gesicht bekommen hat, aber so wie das Ende hier ist, ist es dennoch bescheuert und lässt seine Zuschauer vollkommen unbefriedigend zurück, vor allem das weibliche Publikum. Hier war alles wirklich so etwas von seicht, dass man sicher mit allem anderen zufrieden gewesen wäre, außer mit dem! Aber auf der anderen Seite, ist das Ende dadurch mindestens genauso seicht geworden wie der Rest und passt dann vielleicht doch ganz gut dazu. Könnte man vielleicht drüber nachdenken. Obwohl, dass wäre dann wieder verschwendete Zeit!
Was einem höchstens noch vor der Glotze hängen lässt, dass sind die brillanten Aufnahmen der Südsee-Kulissen. Ritchie hat sich, für seine Romanze, wirklich ein traumhaftes Fleckchen Erde ausgesucht. Hellblaues, kristallklares Wasser, Palmen, Südsee, Sand und Sonne satt. Malerisch und wirklich mehr als nur "wunderschön", könnte man sich glatt in den nächsten Urlaub hineinträumen. Ich habe jetzt jedenfalls mächtig Bock auf Sonne satt, anstatt auf das matschige Winterwetter, welches sich immer noch vor unserer Haustür befindet.;)
Auch gelungen ist zudem die Musikauswahl, die ebenfalls für Urlaub-Stimmung sorgt. Zwar hat man die meisten Melodien schon irgendwo einmal gehört, doch stimmig und passend sind sie allemal.
Und auch die Darsteller gehen soweit in Ordnung. Madonna stellt ihren simplen Charakter relativ überzeugend da, was allerdings auch keine all zu große Schwierigkeit sein dürfte. Adriano Giannini macht zudem ebenfalls eine ganz gute Figur und Bruce Greenwood sowieso. Für das leichte Geschehen, reicht es jedenfalls allemal aus.
Fazit: Inhaltslose und ziemlich langweilige Südsee-Romanze, der man nur durch die großartige Kulissen-Auswahl, ein wenig Charme abverlangen kann. Ansonsten wird einem eigentlich nur ein nichtssagendes und völlig ermüdendes Szenario geboten, welches selbst die gute Musik und die akzeptablen Darsteller nicht zu retten vermögen. 3,5 Punkte meinerseits, zum Aufrunden reicht es aber nicht!
Wertung: 3,5/10 Punkte