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Ein Film, dem das Wort "Star-Vehikel" quer über die Stirn geschrieben steht!
Zwar empfinden die meisten Actionfans Chow-Yun-Fats US-Debüt als Knaller vor dem Herrn, aber wieso das so sein soll, bleibt leider offen.

Das Rezept: man importiere eine Uraltstoryline aus einem asiatischen Reißer (kein bestimmter, mehr ein Konglomerat), nach der ein erzwungener Killer sich weigert, ein Kind zu töten und so den Zorn seines Gangsterbosses auf sich zieht. Um sich zu rehabilitieren, muß er außer Landes seine Familie retten und die engagierten Ersatzkiller davon abhalten, seinen Auftrag und ihn selbst zu erledigen.

Da Chow aber des Englischen so mäßig kundig ist, daß man ihn damit kaum auf ein US-Publikum loslassen kann, macht man ihn extrem schweigsam und gibt ihm mit Mira Sorvino eine Powerfrau an die Seite.
Dann darüber ein paar relativ bekannte B-Gesichter gestreut: Michael Rooker als Bulle, Danny Trejo als Killer, Prochnow als Fiesling und Til Schweiger macht als Killer ebenfalls kurzfristig Stielaugen, hält aber die Schnauze und kann so auch nichts falsch machen.

Und dazu dann noch reichlich Geballer, rasant geschnittene Szenen, einige Racheansprachen, stille Intermezzi für die schicksalhafte Bedeutung und jede Menge Tote.
Für die Actionfans mag das ja reichen, nur fällt unangenehm auf, daß in dem ganzen Kugelhagel kaum wahre Inspiration steckt. Was einen guten Start für Chow-Yun ausgemacht hätte, wäre etwas Denkwürdiges gewesen, etwas noch nie Gesehenes. Die Asiaten aber werden über die hier gezeigte Action nur noch hämisch lachen können, denn während in Japan und Korea die Einschläge über den ganzen Körper verteilt das Blut durch die weißen Hemden spritzen lassen, wirkt "The Replacement Killers" so clean und sauber, als müßte man ein PG-Rating einhalten.

Damit einher gehen die anderen formal bekannten Schwächen. Mira Sorvino macht viel Wind, ist aber als Ballerkätzchen fehlbesetzt, Rooker hat zu wenig zu tun, Schweiger ist verschenkt. Sämtliche Schützen zielen auch hier wieder elend schlecht und wieso ein mächtiger Unterweltboß aus Asien für eine billige Exekution eines Jungen zwei Killer extra einfliegen lassen muß (damit der Film auch seinen dämlichen Titel bekommt), die dann auch noch Mexikaner und Deutscher und nicht etwa Asiaten sind, wollen wir gar nicht erklärt haben.
Eigentlich könnte man aber Horden von abschießbaren Leibwächtern erwarten, doch die sind in den USA offenbar Mangelware. Die Killer gehen dann auch noch in einem vollbesetzten Kino auf die Hatz (extrem schlecht für einen Brutalangriff) und die Bosse machen sich in die Hose und wollen sofort außer Landes, als ein Killer näher rückt. Bloß nicht drüber nachdenken!

Aber das wollen Actionfans ja sowieso lieber gar nicht, weil es einfacher ist, auch Dämliches zu genießen. Deswegen sollen alle Gläubigen mit diesem sterilen Gebräu aus aufgekochten und amerikanisierten Bloodshed- und Triadenklischees glücklich werden. Für mich ist das fader Durchschnitt. (5/10)

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