"Replacement Killers" ist ein gut gemachter Action-Film und zudem ein 3faches Debüt: Zum einen ist er das Spielfilmdebüt von Antoine Fuqua (Training Day), und zum anderen ist er das Hollywood-Debüt von HK-Star Chow Yun-Fat (A better Tomorrow 2) und unserem Til Schweiger (Adrenalin).
John Lee (Chow Yun-Fat) ist ein eiskalter Profi-Killer der chinesischen Mafia in Los Angeles. Als der Cop Stan Zedkov (Michael Rooker) den Sohn des Mafia-Paten bei einem Einsatz tötet, beauftragt der Pate John Zedkovs Sohn zu töten. Doch John kann diesen Auftrag nicht erfüllen und nun muss er vor seinen ehemaligen Auftraggebern fliehen. Die Killer des Paten werden dabei vom skrupellosen Michael Kogan (Jürgen Prochnow) angeführt, der zwei Ersatzkiller (Til Schweiger, Danny Trejo) damit beauftragt Johns Auftrag auszuführen und John zu töten. Durch die Passfälscherin Meg Coburn (Mira Sorvino) will Johnn an Papiere herankommen, mit denen er in seine Heimat reisen kann, um seine Familie zu beschützen...
Chow Yun-Fat spielt einen smarten und eiskalten Profi-Killer, der mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Seinerseits eigentlich ein gelungenes Hollywood-Debüt. Mira Sorvino (Mimic) sieht nicht nur gut aus, sondern kann auch Schauspielern. Diese Mischung ist in Hollywood recht selten, kann aber ab und zu mal vorkommen. Michael Rooker (The 6th Day) spielt einen Cop, der sich um seinen Sohn sorgt. Eine akzeptable Leistung. Jürgen Prochnow (Beverly Hills Cop 2) darf wieder mal den Bösewicht raushängen lassen, was er inzwischen scheinbar routinemäßig abwickeln kann. Danny Trejo (From Dusk Till Dawn) ist ja auch geradezu auf die Schurken-Rollen abonniert worden. Hier sagt er gerade mal zwei Sätze und ballert ansonsten nur in der Gegend rum. Das ist dann aber immer noch besser als die Leistung von Til Schweiger. Der darf nämlich gar nichts sagen und nur in der Gegend rumballern. Für einen solchen Nebenpart kann man sich allerdings mit Tils Leistung zufrieden geben.
Die Action-Szenen tragen deutlich die Handschrift von John Woo (Face/Off), der hier als Produzent tätig war. Erneut ballert sich Chow Yun-Fat beidhändig durch die Reihen der Gegner und lässt dabei keinen übrig. Das der Film hierzulande FSK-18 ist verwundert dennoch, da die herausgeschnittenen Szenen nicht wirklich hart sind. Mit dem Schneiden von Gewaltszenen in Filmen ist das ja so eine Sache - vor allem in Amerika. Da wird vor Gewalt in Filmen, Comics und Musiktexten gewarnt und 5-jährigen bringt man bei, wie sie mit Schusswaffen umzugehen haben. Flippt dann so ein Kind mal aus und richtet in seiner Schule eine Sauerrei an, fragen sich die konservativen Bürger im Ami-Land wie es dazu kommen konnte und machen auf betroffen und schockiert. Und ZACK wird die Schuld auf die Filme geschoben. Warum kompliziert, wenn mans sich auch einfach machen kann, was? Doch nun zurück zum Film. Wie gesagt, die Action-Szenen sind gut inszeniert und erinnert stark an die Filme von John Woo. Spannung kommt hingegen nur mäßig auf, da man sich den Verlauf des Filmes denken kann.
"Replacement Killers" gehört neben "Training Day" zu Fuquas besten Arbeiten, wogegen er mit Werken a'la "Tränen der Sonne" in meinen Augen baden gegangen ist.