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Fuad Ramses der 3. erbt Vaters Familienunternehmen, einen Catering Service, der vor 40 Jahren für Ausehen sorgte. Und damals wie heute haftet auf dem Unternehmen ein Fluch der Gottheit Ishtar, die ihm befehlt Brautjungfern zu opfern. Da kommt der Grossauftrag für eine Hochzeit gerade Recht und wie im Bann töter er wie wild Frauen und Jungfern.

Herrlich, was Herschel Gordon Lewis uns mit diesem Film auftischt. Es ist schon erstaunlich, dass ein Regisseur, der seinen letzten Film 1972 abdrehte, noch einmal zu sowas instande ist. Anno 1963 war sein berüchtigter Blood Feast, der erste Splatterfilm überhaupt, der damals wohl für ewige Zeit, das berüchtigste und widerwärtigste Genre in den Boden stampfte, der Aufseher schlechthin. Die Filmwelt war schockiert, gleichermaßen auch dermaßen unterhalten, aber eben bloss nur wegen der herben Splattereffekte. Denn rein filmtechnisch, spannungsmäßig und inszenatorisch ist der Film allergrösste Grütze, so ist es auch kaum verwunderlich, dass das heute keinen mehr vom Hocker reisst. Man mag ihn trotzdem, auch wenn bloss des Nostalgiebonuses wegen oder der Tatsache, dass es der erste Film seiner Art war. Scheinbar hat Lewis die Schwächen seines Erstlingswerk erkannt und wie soll es anders sein, beschert er uns 39 Jahre danach mit dem zweiten Teil. Storymäßig mutet das Ganze wie ein Remake an, der Rest ist gekonnt minimalistisch und überhaupt ist es so als hätte man den Film kurz nach dem ersten Teil gedreht. Doch was rechtfertigt dann 8 Punkte? Ganz klar, film ,- kameratechnisch und vorallem vom Witz her, zündet diesmal alles und das grösste Manko, der ausdruckslose Fuad Ramses aus dem ersten Teil, wird ersetzt durch einen wohl in seiner Rolle voll aufgehenden Schauspieler, voller Charme, Morbidität und Zweideutigkeit. Trotzdem sollte man rein Darstellermäßig keine Überflieger erwarten. Meist herrlich overacted bis hinzu klischeebehafteten, meist spärlich bekleideten Frauen, die wie am Spiess schreien. Auf den Kontext gesehen, nervt dies hier eher weniger, denn ernst nimmt sich dieser Film zu keiner Zeit, Blood Feast 2 ist gewollter Trash, der dermaßen naiv produziert ist, dass man immerzu gewillt ist zu schmunzeln. Der Film ist schmalspurig ohne Ende, macht aber nichts, denn sehen möchte man bei diesem Werk eh bloss massig Gore und wenns auch noch möglich ist, für die niederen Instinkte: ein paar Brüste. Das kriegen wir hier zuhauf, auch wenn die Splattereffekte aussehen, als wären sie aus den 70ern entsprungen, ist das alles allererste Sahne. Völlig banaler Trash, der sich zu keiner Zeit als Schocker ernst nimmt und mit völlig entgleisten und endplatten Witz begeistern kann. Die Kulissen des Catererraums sind gut, erfüllen als Tante - Emmaladen durchaus ihren Zweck und insgesamt ist hier vieles ein Abbild von typisch amerikanischer Fasadenschönheit der 60er. Herrlich genial auch die 2 ultradoofen Polizisten, die dem Fall um Fuad Ramses nachgehen möchten. Der eine typisch dicker Amibulle, der von seinen Donuts nicht loskommt und immerzu gequierlte Scheisse redet und sein ungleicher Partner, der auf Vernunft setzt, aber auch bloss eine totale Weichbirne ist. Wirklich zum Schreien das Ganze.

Fazit:
Optisch, sowie inszenatorisch gleicht dies allem dem ersten Teil. Alles hier mutet wie ein gewolltes Remake an, dass aber eins vorweg zugute hat. Mehr Witz, mehr Splatter, mehr Brüste und bessere Darsteller. Einfältiger Splattertrash eben wie man ihn will. Herrlich.

8/10

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