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Unbarmherziger und kruder Horrorklassiker von Dennis Yu [ THE IMP, EVIL CAT ], der als LAST HOUSE ON THE LEFT auf den New Territories fungiert und sein grobes Cat 3 Material in eine misanthropische Geschichte und grimmige Atmosphäre verpackt und mal so gar nicht als harmloser Teenieslasher erscheinen muss.

Dabei fängt er genauso an: Das Geschwisterpärchen Wah und Ling verbringt zusammen mit einigen Freunden ein Camping – Ausflug im Wald, die örtliche Dorfjugend stellt Ling [ Patricia Chong Jing Yee ] allein beim Abwasch und vergewaltigt sie nacheinander, einzig Mo [ Kent Cheng ] beteiligt sich nicht.
Als Wah einige Minuten zu spät am Tatort erscheint und die flüchtende Gang durch den Wald verfolgt, stürzt er in eine mit angespitzten Bambusrohren gespickte Grube. Nachdem die Polizei keinerlei Beweise und Handhabe hat, tritt ihr Vater Chan [ Chen Sing ] in Aktion und vollzieht seine fürchterliche Rache.

Zu Beginn ist der Film noch so sehr früheste 80er, dass man bei Sting’s „Message in a Bottle“ und Genesis’ „Follow you Follow me“ fast nostalgisch wird, dann legt der heute noch wirksam intensive Rape and Revenge Stoff los. Chan erscheint dabei teilweise wie die asiatische Ausgabe von DEATH WISH, nur ist von Gewissensbissen und Skrupeln hier gar nicht zu bemerken; er wird auch nur kurz bei seiner mittlerweile geistig gestörten Tochter im Krankenhaus gezeigt, alle anderen Szenen befassen sich allein mit Planung und Ausführung der Vergeltungsmassnahmen. Der beobachtende Fokus des Filmes bleibt die ganze Zeit weiterhin auf den fünf „Discoboys“, die auch vorher schon durchgängig als vagabundierende, missratene und vollkommen anti – autoritäre Gruppe eingeführt wurde.

Auch der Rest der Bevölkerung in der trostlosen Gegend scheint nicht ganz koscher zu sein, der Tante Emma - Ladenbesitzer als letzte Festung der Zivilisation verweigert den campenden Jugendlichen gleich zu Beginn sein Telefon, alle anderen Einwohner unternehmen nichts, das spätere Massaker findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder gar der Behörden statt, vielmehr erscheint die Gegend mittlerweile ausgestorben.

Die Goreszenen bleiben relativ in der Einzahl, wirken dann allerdings umso kräftiger; die auf filmtechnischen Schnickschnack und Auflockerung verzichtende Regie Yu’s wirkt aber sehr unbeteiligt und lässt den Film pur in seiner Rohheit erscheinen. Die eigentlich beschränkte Verwendung von Blutexzessen wird durch makaber kreative Fallen von Chan und hohem Anteil an Tiersnuff ausgeglichen, besonders das Schlangenhaus ist nichts für Feingeister.
Fragen der Logik werden hier wie in den amerikanischen Pendants [ I SPIT ON YOUR GRAVE z.b. ] zwar nicht beachtet, als reiner Höllentrip funktioniert der Film aber sehr gut, ist zudem ein gelungenes Beispiel der wenigen reinen Horrorfilme aus HK.

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